Wasser versickert sauber

Wenn es in Ostermundigen regnet, gelangt ein Teil des Wassers künftig in die neue Versickerungsanlage im Oberfeld und erst dann in die Kanalisation. Gestern wurde die Anlage den Medien vorgestellt.

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Derzeit wird im Oberfeld in Ostermundigen gebaggert, geschweisst und gebaut. Der Grund: Hier entsteht eine unterirdische Versickerungsanlage. Obwohl die Anlage erst Ende dieses Jahres an das Kanalisationsnetz angeschlossen wird, lud die Gemeinde Ostermundigen die Medien bereits gestern zu einem Rundgang auf die Baustelle.

Der Bau dieser Anlage sei nötig geworden, weil in Ostermundigen in den vergangenen Jahren viel gebaut worden sei, sagte der zuständige Gemeinderat Synes Ernst (cvp). Durch die Vergrösserung des Siedlungsraumes seien Teile des Kanalisationsnetzes an die Kapazitätsgrenzen gestossen. Und: Weil die neue Überbauung «WohnTerrassen» in der Rüti, die Neubauten am Oberen Chaletweg sowie die Schulanlage Rüti aus geologischen Gründen das Wasser nicht vor Ort versickern lassen können, sei der Bau der neuen Anlage unumgänglich gewesen, erklärte Ernst.

Regenwasser oft verschmutzt

Marc Sterchi, Abteilungsleiter Gemeindebetriebe, fügte einen weiteren Grund für den Bau der Versickerungsanlage an: Während das Regenwasser früher direkt in einen Bach oder in die Kanalisation gelangte, darf dies heute gemäss der kantonalen Gesetzgebung nur noch in Ausnahmefällen geschehen. Denn: «Das Regenwasser ist heute zunehmend verschmutzt und enthält verschiedene Schadstoffe.» In den vergangenen Jahren habe sich deshalb die «Philosophie der separaten Ableitung von Regen- und Schmutzwasser» durchgesetzt.

Ein komplexes System

Und so funktioniert die neue Anlage: Das Regenwasser gelangt über ein Rohr in den «Schlammsammler». Hier wird das Wasser ein erstes Mal gefiltert, bevor es über vier Rohre in die Retentionsanlage gelangt. Diese fasst bis zu 700000 Liter Wasser – oder 4500 Badewannen. In dieser Anlage bleibt das Wasser höchstens 24 Stunden. Anschliessend wird es in die Filteranlage geleitet, wo es von Fremdstoffen befreit wird: zum Beispiel Zink, Kupfer, Blei, Benzin, aber auch organische Stoffe wie Blütenstaub oder Schlamm, wie Adrian Loretz, Geschäftsleiter der Watersys Lyss, sagte. Im Filtermaterial befinden sich Bakterien, die das Wasser von den ungewollten Stoffen befreien. Das gereinigte Wasser gelangt schliesslich in die Versickerungsanlage, wo es dem Grundwasser zugeführt wird.

Die Anlage sei so konzipiert, dass sie einem Gewitter von einer ganzen Stunde standhalten könne, sagte Loretz. Sollte es einmal länger regnen – was allerdings nicht zu erwarten sei – würde das Wasser von einem gut ein Meter hohen Damm zurückgehalten. Auch für den Fall, dass giftige Chemikalien in das Regenwasser gelangten, ist die Anlage gerüstet: Mittels eines Schiebers vor der Filteranlage kann das Wasser direkt in die nahe gelegene bestehende Schmutzwasserkanalisation abgeleitet werden. Loretz betonte, dass die Anlage in Ostermundigen die erste ihrer Art in der Schweiz sei.

Konzipiert wurde die Anlage vom Büro Urbanum Planer Ingenieure Architekten AG in Lyss mithilfe der Firma Watersys Lyss und den Gemeindebetrieben Ostermundigen. Sie kostet 900000 Franken. Das Parlament hatte den Kredit im Juli 2008 genehmigt. (Der Bund)

Erstellt: 14.10.2009, 10:14 Uhr

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