Von Migranten profitieren

Studenten aus der ganzen Schweiz trafen sich am

«EUforIA Youth Weekend» in Bern, um über die Herausforderungen der Migration zu diskutieren. Durch konkrete Projekte soll zudem der Integrationsprozess gefördert werden.

Innovative Ideen in Migrationsfragen entwickeln und den Austausch zwischen Kulturen ermöglichen – dies hat sich «Europeans United for Informed Action» (EUforIA) am Wochenende zum Ziel gesetzt. Um dies zu erreichen, will die vor zwei Jahren gegründete Non-Profit-Jugendorganisation Studenten für ein persönliches Engagement im Migrationsbereich begeistern. Kreative Ideen gesucht34 Studenten der Universitäten Zürich, Basel, Bern, Fribourg und Genf sind dem Aufruf von EUforIA gefolgt – unter ihnen auch Austauschstudenten aus Slowenien, Italien, Iran, Japan und Kirgistan. In den Räumlichkeiten der Schulanlage Muristalden bekamen sie die Gelegenheit, verschiedenen thematischen Workshops beizuwohnen. In diesen präsentierten Organisationen wie Amnesty International, Service Civil International (SCI) und Ethnopoly ihre laufenden Projekte und zeigten den Studenten Wege auf, wie sie sich an einem dieser Projekte beteiligen oder gar ihr eigenes entwickeln können. Direkten Austausch ermöglichenZiel dieser Projekte ist, Migranten die Integration in die Gesellschaft zu erleichtern und sie mit Schweizer Bürgern in Kontakt zu bringen. Raphael Widmer, Presseverantwortlicher von EUforIA, betont jedoch, dass auch Schweizer von der Mitarbeit in diesen Projekten profitieren könnten. Der direkte Austausch mit Migranten helfe dabei, andere Kulturen zu verstehen, erweitere den eigenen Horizont und befreie von Vorurteilen. Um mit gutem Beispiel voranzugehen, organisierte die Schweizer Kinder- und Jugendförderung infoklick.ch ein Fussballspiel, zu welchem Migranten und Schweizer in gemischten Mannschaften antraten. Aus eigener Erfahrung lernenDer 29-jährige Mohammed Al-Zubaidy, einst als Flüchtling aus Irak in die Schweiz gekommen und heute Juradoktorand an der Universität Fribourg, kann die Probleme der anwesenden Migranten gut nachvollziehen: «Da ich selbst erfahren musste, wie schwer der Neuanfang in einem fremden Land sein kann, will ich etwas unternehmen, um anderen Migranten zu helfen und konkrete Lösungen für ihre Probleme finden», sagt er. Bedingung dafür sei, die Migrationsproblematik in ihrer Ganzheit zu verstehen und auf die Bedürfnisse der Migranten eingehen zu können. An diesem Wochenende habe er nebst Vertretern von internationalen Organisationen auch viele motivierte junge Leute kennengelernt, die das gleiche Ziel verfolgten. «Nun verfüge ich über die notwendigen Kontakte, um mein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen. Darüber bin ich sehr zufrieden», sagt Al-Zubaidy. Taten folgen lassenDamit es nicht nur bei leeren Worten bleibt, werden die Studenten in der Umsetzung ihrer Projektideen von den entsprechenden Organisationen begleitet. So unterstützt SCI ein Projekt, bei dem Migranten im Rahmen einer Quartierveranstaltung kulinarische Spezialitäten aus ihrem Land anbieten und dadurch mit Anwohnern ins Gespräch kommen sollen. Infoklick.ch seinerseits will einer Studentin aus Genf mit Rat und Tat beistehen, wie sie in ihrer Stadt ebenfalls ein Fussballspiel mit gemischten Mannschaften durchführen kann. Gemäss Widmer will auch EUforIA seinen Teil zur Realisierung der Projekte beitragen, indem bei den Studenten nach drei Monaten gezielt nachgehakt wird, ob und wie sich die Projekte entfalten. www.euforiaction.org>

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