Belps schärfste Knolle

Seit 20 Jahren produziert Chäs Glauser in Belp Käsespezialitäten. Die Belper Knolle, eine Kreation aus der Familienkäserei, begeistert die Fachwelt und Käseliebhaber im In- und Ausland ganz besonders.

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Anfänglich wurden die Glausers in Käsereifachkreisen belächelt, ihre Innovationen und die Experimentierfreudigkeit mit wenig Verständnis zur Kenntnis genommen. Heute wird Chäs Glauser von Kennern als einer der innovativsten Milchverarbeitungsbetriebe der Schweiz gehandelt, dessen Produkte dafür bekannt sind, mit gewohnten Geschmacksempfindungen zu brechen. Bestes Beispiel dafür ist die Belper Knolle, ein Käse, der mittlerweile weit über die Gemeindegrenze hinaus Bekanntheit erlangt hat.

Der Exot aus der Käsetheke

Schon allein das Aussehen macht die Belper Knolle zum Exoten in der Käsetheke: In einem schwarzen Mantel aus Pfefferstaub, Knoblauch und Himalajasalz ähnelt die kugelförmige, Tennisball-grosse Käsekreation einer grossen Trüffel. Auch geschmacklich lehnt sich die Milchknolle an die exquisite Knolle aus dem Boden an: Zart schmelzend, angenehm prickelnd mit einem leicht sauren, schwach pflanzlichen Aroma. «Erst ganz am Schluss entfaltet sich der charakteristisch pfefferige Gout», sagt Mike Glauser von der Jumi GmbH, die für den Vertrieb der Belper Knolle zuständig ist. Dank der geschmacklichen Vielfältigkeit eignet sich die Belper Knolle zum Verfeinern und Dekorieren von Salaten, kann aber je nach Gusto auch im Dessertbereich mit Zwetschgen eingesetzt werden.

Hunderte Käse gespalten

Die Erfolgsgeschichte der Belper Knolle begann vor rund 19 Jahren. «Der Cousin meines Vaters wollte damals etwas Einzigartiges schaffen, ein Produkt, das nicht jeder Käser herstellt», sagt Glauser. 1990 stellte Peter Glauser die Knolle zum ersten Mal her – unter nicht ganz einfachen Umständen. «Wie bei jedem neuen Milchprodukt waren die Lebensmittelkontrolleure sehr skeptisch.» Trotzdem gelang es den Glausers, die Belper Knolle auf den Markt zu bringen, vorerst als pasteurisierter Frischkäse. Nach diesem ersten Erfolg wurde im Familienbetrieb weiter getüftelt, nach einem Weg gesucht, den Frischkäse zu einem Hartkäse reifen zu lassen. «Bei den ersten Versuchen sind uns Hunderte Käse gespalten, es fehlte an der nötigen Konstanz der Betriebsbedingungen. Schliesslich haben wir aber einen Weg gefunden, einen gereiften Frischkäse herzustellen, der hart wird», sagt Glauser.

Eine Knolle geht um die Welt

Seither sorgt die Belper Käsespezialität, egal ob als Frisch- oder Hartkäse, für Gaumenfreuden – weltweit. Bescheiden erzählt Mike Glauser von Spezialläden in Nordamerika, die die Belper Knolle im Sortiment führen. «Ausserdem wird sie in Belgien, Holland und Deutschland vertrieben.»

Das Vertriebskonzept ist simpel: «Wir unterhalten Geschäftsbeziehungen zu Ladenbesitzern und Gastronomiebetreibern, die Freude haben, etwas auszuprobieren.» Entsprechend breit gefächert ist denn auch der Kundenkreis: Sowohl gehobene 5-Sterne-Hotels als auch einfache Landgasthöfe gehören zu den Direktabnehmern und setzen die Knolle auf den Speiseplan. «Status oder Name eines Hauses sind nicht ausschlaggebend für eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung», sagt Glauser. Was wirklich zähle, sei die beiderseitig vorhandene Begeisterung für das Produkt.

Nach 17 Jahren preisgekrönt

Begeistert von der Belper Käsespezialität ist auch die Fachwelt. 2007 heimste Chäs Glauser mit der Belper Knolle den Prix d’innovation agricole suisse in der Kategorie Milchprodukte ein. Mit dem Preis zeichnet die Agro-Marketing Suisse als Vereinigung der wichtigsten landwirtschaftlichen Organisationen der Schweiz Produzenten und Verarbeiter aus, die innovative neuartige Lebensmittel schweizerischer Herkunft entwickeln und auf den Markt bringen. «Ein Zertifikat kann zwar Türen öffnen», sagt Glauser, «die Aussagekraft über die Einzigartigkeit eines Produkts ist aber angesichts der zunehmenden Zahl an Produkteauszeichnungen und Preisverleihungen beschränkt.»

Das schönste Lob sei es, wenn die Belper Knolle verschenkt werde, sagt Glauser, wenn die Käseknolle statt einer Flasche Wein oder einem Blumenstrauss zum trendigen Mitbringsel aus der Region Gantrisch werde.









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Erstellt: 07.02.2009, 01:17 Uhr

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