Bald nur noch eine Bibliothek in Zollikofen?

Eigentlich sollte das Parlament am Mittwochabend lediglich über die Entschädigung des Bibliothekspersonals diskutieren. Doch es kam anders.

Der Gemeinderat wollte die Entlöhnung des Leiters der Arbeitsbibliothek Türmli erhöhen und beantragte einen jährlich wiederkehrenden Kredit von 26000 Franken. Dies deshalb, weil der derzeitige Leiter altershalber zurücktritt und mit der bisherigen Entschädigung kein Nachfolger gefunden werden konnte. Der Gemeinderat folgte damit einem Postulat von Eva Baltensperger (sp), das im Januar dieses Jahres angenommen worden war. Darin wurde genau diese Erhöhung der Entschädigung des Bibliotheksleiters gefordert.

Rückweisung wurde unterstützt

Das Parlament hatte aber nur kritische Worte für die Vorlage übrig. Nicht dass die Lohnerhöhung für die neue Leitung der Arbeitsbibliothek infrage gestellt worden wäre. Vielmehr wurde die Organisation des Bibliothekswesens in der Gemeinde Zollikofen kritisiert.

«Muss diese Arbeitsbibliothek wirklich so gross sein? Ich frage mich, ob sich nicht eine Neuorganisation der Bibliotheken aufdrängt», sagte Heidi Pfyl (cvp). Heute gibt es in der Gemeinde die den Schulen vorbehaltene Arbeitsbibliothek Türmli, die Schulbibliothek Steinibach und die Gemeindebibliothek im Ziegeleimärit. Pfyl stellte einen Rückweisungsantrag, weil die Organisation der Bibliotheken vom Gemeinderat «zu wenig gründlich analysiert» worden sei. SVP, GFL und EVP unterstützen den Rückweisungsantrag. «So geben wir dem Gemeinderat die Chance, eine Bibliotheksplanung zu machen. Er soll prüfen, ob nicht eine gemeinsame Bibliothek für alle entstehen könnte. So können Synergien genutzt werden», sagte Peter Bähler (svp). Nicht ganz klar kam bei den Gegnern der Vorlage heraus, ob sie nur noch eine Schulbibliothek neben der Gemeindebibliothek wollen oder ob es insgesamt nur noch eine einzige Bibliothek geben soll. Roland Stucki (evp) sprach davon, die Schulbibliotheken zusammenzulegen.

SP bot notgedrungen Hand

Eva Baltensperger zeigte sich vom Verlauf der Diskussion «überrascht». Sie habe ein Votum zum Thema vorbereitet – «doch den Zettel kann ich nun gleich weglegen». Um das Geschäft nicht gänzlich scheitern zu lassen, unterstütze die SP den Rückweisungsantrag, sagte sie. Dieser wurde mit 20 gegen eine Stimme (Hans-Jörg Rhyn, sp) gutgeheissen. Die FDP, die sich nicht zum Geschäft geäussert hatte, enthielt sich der Stimme. (cbn)

Der Bund

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