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Wenn es krachte, verdiente er viel Geld

Weil er Autounfälle provoziert hatte, ist ein 40-jähriger Schweizer gestern vom Kreisgericht Bern-Laupen zu einer Freiheitsstrafe von 24 Monaten verurteilt worden. In 12 von 39 Fällen sprach ihn das Gericht mangels Beweisen frei. Von seiner Strafe für gewerbsmässigen Betrug muss der Monteur neun Monate verbüssen. Der Rest wurde bedingt ausgesprochen, bei einer Probezeit von vier Jahren. Die Anklage hatte ihm zur Last gelegt, zwischen 1995 und 2005 39 Verkehrsunfälle provoziert zu haben, um Versicherungsleistungen zu beziehen. Gericht fand genügend Indizien Der Mann bestritt die Vorwürfe. Für das Gericht gab es aber genug Indizien, dass er die Unfälle bewusst herbeigeführt hatte. In der Urteilsbegründung nannte Gerichtspräsident Martin Müller die Auffälligkeiten, die für das Gericht ein System erkennen liessen: die Häufigkeit der Unfälle, aber auch die Tatsache, dass sie sich meist in einer heiklen Situation – bei der Einfahrt in einen Kreisel oder bei einem Spurwechsel – ereigneten. Oft seien die anderen Unfallbeteiligten ortsunkundig gewesen. Die meisten hätten noch nie einen Unfall gehabt. Aber in allen Fällen sei die Schuld ihnen zugewiesen worden. Gewicht hatten auch die Aussagen von vier Bekannten, die unabhängig voneinander berichteten, er habe ihnen zu verstehen gegeben, dass er mit provozierten Autounfällen Geld zu verdienen wisse. Die Schäden an den Autos waren eher geringfügig. Deshalb wurden sie von den Versicherungen oft mit einem Pauschalbeitrag abgegolten. Das erlaubte es dem Angeschuldigten, durch eine notdürftige Instandstellung oder eine billig ausgeführte Reparatur einen Profit zu erzielen. Zudem machte das Unfallopfer angebliche Schäden an seiner Person geltend. Der Mann erreichte, dass er ganz oder teilweise arbeitsunfähig geschrieben wurde und Taggelder erhielt. Besonders die Suva hat er damit geschädigt. Hinzu kommen andere Delikte. Die gesamte Deliktsumme bezifferte das Gericht mit gut 200 000 Franken. Wegen einer Vorstrafe konnte es die Strafe nicht vollständig bedingt aussetzen. Vier Versicherungen und eine Privatperson traten im Prozess als Privatkläger auf. (sda)>

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