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Umstrittener Zonenmix

Trotz geschlossenem Widerstand hält der Berner Gemeinderat an der Planung fest: Er will für eine Bauschutt- und eine Altpapierfirma eine neue Zone im Grünen schaffen.

Der Berner Gemeinderat steht vor einem Dilemma: Soll er zwei Recyclingfirmen in einem Gebiet, wo sie die städtebauliche Entwicklung behindern, belassen oder an den Stadtrand ins Grüne umsiedeln? Er hat sich für Letzteres entschieden. An der Autobahn A1 bei Buech, unweit der bestehenden Siedlung für Fahrende, will er eine neue Zone für die Wiederverwertung von Baustoffen ermöglichen. Der Gemeinderat hat den entsprechenden Zonenplan Bern West genehmigt. Laut der gestern veröffentlichten Mitteilung wird die Vorlage nun dem Stadtrat und anschliessend dem Volk vorgelegt; Abstimmungstermin ist voraussichtlich der 17. Mai. Bereits in der Mitwirkung waren die Pläne auf den geschlossenen Widerstand der Quartierkommission Bümpliz/Bethlehem (QBB) gestossen.«Es ist falsch», sagt QBB-Geschäftsführerin Nathalie Herren, «dass die Stadt zur Lösung eines Problems Kulturland opfert.» Zudem gefährde der Gemeinderat mit der Umsiedlung der Betriebe eine Abstimmungsvorlage, die an sich viele positive Aspekte enthalte. Bei den Firmen handelt sich um die Resag AG und Alpabern AG, die im Gebiet Weyermannshaus Bauschutt und Altpapier verwerten.Viele Projekte in einem PaketIn der Tat ist der Zonenplan Bern West ein Mix verschiedener Nutzungen und Kleinzonen: Die vier Weiler Riedbach, Matzenried, Riedern und Niederbottigen sollen Weilerzonen zugeteilt werden, die erweiterte landwirtschaftliche Nutzungen zulassen. Zudem erfüllt der Plan Ziele des «Richtplans Landschaft Stadtteil sechs», indem Gebiete von grosser landschaftlicher Bedeutung unter Schutz gestellt werden. Bei der Postauto-Haltestelle Niederbottigen an der Bottigenstrasse sind neue Zonen vorgesehen, welche die Erstellung von Fussballplätzen, Familiengärten und eines Reitzentrums erlauben. Halle für den PferdesportGerade dieses Reitzentrum ist für den Familienbetrieb des Meisterlandwirts Martin Begert, Sohn der ehemaligen Gemeinderätin und heutigen BDP-Vizepräsidentin Ursula Begert, von grosser Bedeutung. Er versuche schon seit Jahren, die nötigen Voraussetzungen zum Bau einer Halle für den Pferdesport zu schaffen, berichtet Martin Begert. Die neue Kleinstzone für den Pferdesport würde den Umzug der heutigen Reitschule – eines Familienbetriebs mit rund 30 Pferden – von Neuenegg nach Oberbottigen ermöglichen. Pferde gelten als gewerbliche Nutztiere. Begert möchte Reitunterricht für Kinder und Jugendliche sowie heilpädagogisches Reiten anbieten. Auch der Landwirt zeigt sich unglücklich über die Verquickung seines Projekts mit der Umsiedlung der beiden Recyclingfirmen.Stadtpräsident und Planungsdirektor Alexander Tschäppät gibt sich überzeugt: Für die beiden Firmen habe man nach jahrelanger Suche den bestmöglichen Standort gefunden. Tschäppät kritisiert die QBB, die sowohl die Aussiedlung der Betriebe nach Buech als auch deren Verbleib am heutigen Standort ablehnt. Resag und Alpabern gelten für die Entwicklung des ESP Ausserholligen als Störfaktoren. Am neuen Standort wird Bauschutt nicht im Freien, sondern in der geschlossenen Halle verarbeitet. Mit der Nähe zur Stadt und zur Autobahnauffahrt Brünnen sollen Lastwagenfahrten vermieden werden. Die Stadt hat mit den Firmen Mehrwertabschöpfung vereinbart.>

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