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«Tiere enttäuschen einen seltener»

Jedem Dählhölzlifan sein Patentier: das Spiegelschaf für das Bébé, der Rüsselspringer für den Informatiker und der Steinkauz für die ältere Dame. Ein Augenschein am Besuchstag für Tierpaten.

«Meinen Steinkauz besuche ich mindestens alle vierzehn Tage», erzählt eine ältere Dame beim Tierpark-Eingang. Gleich dort steht das Gehege ihres Patentiers, das die 75-Jährige seit fünf Jahren mit einer Spende unterstützt. Warum gerade den Steinkauz? «Er ist einfach liebenswert», sagt die rüstige Bernerin, die vom weichen Federkleid der nächtlichen Jäger schwärmt: «Vor ein paar Jahren konnte ich im Elsass einen Uhu streicheln. Das Fell war feiner als Seide, sage ich ihnen!» Zudem erinnert sie das Patentier an ihre Jugend: «In meinem Heimatdorf im Emmental beobachtete ich jeweils ein Käuzchen, das in einem unserer Birnbäume hauste.»

Der Dame, die ihren Namen nicht verraten möchte, gefällt es, wie im Tierpark Dählhölzli mit den Tieren umgegangen wird. Sie fühlt sich ganz allgemein zu Tieren hingezogen: «Ich liebe Tiere, denn sie enttäuschen einen seltener als die Zweibeiner.»

Die Kinder und die Tiere freuts

Die 7-jährige Alina und ihr 9-jähriger Bruder Alessio sind Paten einer Wildkatze. Sie waren, wie 800 weitere Personen, am Besuchstag für Tierpaten vor Ort. Auch die Geschwister sind vom schönen Fell ihres Patentiers begeistert, das dem eines Tigers gleiche. «Leider sehen wir die Wildkatze nicht oft, da sie sich den Tag hindurch versteckt», so Alessio.

Die Eltern der Geschwister hatten sich 2002 aufgrund einer Broschüre für die Patenschaft entschieden: «Hier im Tierpark wird gut zu den Tieren geschaut und die Patenschaften finden wir eine tolle Sache.» Die Familie fährt rund einmal pro Monat von Thun nach Bern, um den Tierpark zu besuchen.

Ein Rüsselspringer ist das Patentier von Beat Brand: «Dieses spannende Tier sieht aus wie eine Maus, ist aber – wie man seiner langen Nase ansieht – mit dem Elefanten verwandt», so der 40-jährige Zollikofer. Ein Tierparkbesuch bedeutet für den Informatiker Abwechslung, dabei könne er immer wieder etwas Neues lernen.

Jöh-Effekt ausschlaggebend

Die Tierpatenschaften sind beliebt: Rund 1070 Personen besitzen eine solche. Eine Moorente ist schon für 100 Franken zu haben und eine einjährige Patenschaft für einen Braunbären kommt auf 3000 Franken zu stehen. «Pro Jahr können wir so rund 200000 Franken für den Unterhalt und die Pflege der Patentiere sammeln», erklärt Marc Rosset vom Tierpark Dählhölzli.

«In der Beliebtheitsskala ganz oben stehen immer wieder Tiere, die einen Jöh-Effekt auslösen», sagt Rosset. So gibt es momentan für die Papageientaucher sehr viele Anfragen für Patenschaften, aber auch der Eisfuchs, der Waschbär und die Seepferdchen sind populär.

Eine Patenschaft zu Weihnachten

Dählhölzli-Patenschaften werden oftmals verschenkt: So hat zum Beispiel die neun Monate alte Nina die Patenschaft für ein herziges Spiegelschaf von ihrer Gotte zur Taufe erhalten. Und ein 14-jähriges Mädchen hat von ihrem Bruder zu Weihnachten eine Patenschaft für den schuppigen Nashornleguan bekommen. Sie muss sich mit dem Tier wohl noch etwas anfreunden: «Ich war erst ein paar Male hier, aber am Geschenk habe ich eigentlich schon Freude.»

Das Geld aus den Patenschaften wird ausschliesslich für die Tiere verwendet. Die Patenschaften sind ein Projekt des Tierparkvereins, der die Spendengelder auch verwaltet.

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