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Sperrzäune rund ums Stadion

Mit grossräumiger Trennung der Fans bei Sportveranstaltungen will Gemeinderat Reto Nause die Sicherheit erhöhen. Dies kündigte er gestern bei seiner 100-Tage-Bilanz an. Überdies erwägt Nause die Ausdehnung des Bettelverbots.

«Wir lösen den Problemstau»: Dies versprach die «Bürgerliche Mitte» vor den letzten Stadtberner Wahlen. Nun sitzt Reto Nause (cvp) als neuer bürgerlicher Vertreter seit rund hundert Tagen in der Stadtregierung; gestern zog er vor den Medien Bilanz. Das bürgerliche Kernthema Sicherheit will Sicherheitsdirektor Nause so weit bearbeiten, «dass es in vier Jahren zur Selbstverständlichkeit wird und von der politischen Agenda verschwindet». Die objektive Sicherheit wie das subjektive Sicherheitsgefühl dürften dann laut Nause allerorts in der Stadt zu keinen Klagen mehr Anlass geben.Die Sicherheitslage erachtet er allerdings schon jetzt als gut. Dennoch hatte er im «Bund»-Interview vom 28. März diverse Sicherheitsmassnahmen angekündigt. Nause steht unter dem politischen Druck der Volksinitiative «Für eine sichere Stadt Bern», die von der CVP mitunterzeichnet wurde. Der Gemeinderat lehnt sie ab. Sie verlangt unter anderem eine stärkere sichtbare Polizeipräsenz. Der Gemeinderat hat hierzu einen Gegenvorschlag ausgearbeitet und eine Fristverlängerung zur Initiative beantragt.Geteilte VerantwortungNause bezeichnet die Einführung der Einheitspolizei als Erfolg. Noch ausstehend ist laut Nause der Beweis dafür, ob die Trennung der operativen und strategischen Verantwortung sich auf Dauer bewährt: «Bei Grosseinsätzen kann diese geteilte Verantwortung zum Problem werden.» Die Interventionsschwelle für die Kantonspolizei habe sich oftmals als zu hoch erwiesen, etwa bei herumhängenden Jugendlichen oder bettelnden Ausländergruppen. Hier müsse die Stadt mit unbewaffneten Kräften selber Präsenz markieren. Nause befürwortet die Aufstockung der Orts- und Gewerbepolizei sowie der Interventionstruppe Pinto. Seit einigen Wochen sind die Patrouillen der Kantonspolizei vermehrt zu Fuss statt mit dem Streifenwagen unterwegs, wodurch die sichtbare Präsenz ebenfalls erhöht wird.Die Sicherheit bei sportlichen Grossveranstaltungen bedarf laut Nause der Verbesserung. Rund um das Stadion Wankdorf sollen mobile Sperrzäune zur besseren Fantrennung errichtet werden. Der Gemeinderat bewilligte für die baulichen Massnahmen 170000 Franken. Das Bewilligungsverfahren zum Einbau von ebenerdigen und befahrbaren Hülsen im Strassenraum ist hängig. Die SBB ihrerseits haben die S-Bahn-Station Wankdorf bereits mit Rollgitterzäunen ausgerüstet. Durch die grossräumige Fantrennung können laut Nause Kosten für das Sicherheitspersonal eingespart werden.Bettelverbot und VideokamerasNach wie vor nicht vom Tisch ist für Nause ein Bettelverbot für die Innenstadt: «Das geltende Verbot muss über den Bahnhofperimeter hinaus ausgedehnt werden.» Nur durch Verbieten könne die organisierte Bettelei wirksam und schnell bekämpft werden. Zwar lehnt Nause ein flächendeckendes Verbot für die ganze Stadt ab. An seiner Sitzung vom 26. März hatte auch der Stadtrat entsprechende Vorstösse zur Einführung eines gesamtstädtischen Bettelverbots abgelehnt.Demnächst erlässt der Kanton Ausführungsbestimmungen für die Videoüberwachung des öffentlichen Raums. Gestützt darauf will Nause ein städtisches Reglement vorlegen. An neuralgischen Punkten, etwa rund ums Stadion, könnten demnach bald Überwachungskameras montiert werden.

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