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Runder Tisch zu Oberstufe Lorraine

Ab nächstem Schuljahr wird die Oberstufe Lorraine aufgelöst. Die heutigen Sechstklässler werden ab Sommer im Spitalacker zur Schule gehen. Nun wird geprüft, wie die Oberstufe ab 2010/11 bereits wieder eingeführt werden könnte.

Eigentlich ist der Entscheid gefallen: Im März hat die Schulkommission des Schulkreises Breitenrain-Lorraine beschlossen, dass die Oberstufe und mit ihr das sehr durchlässige Schulmodell Twann am Standort Lorraine aufgegeben wird. Eigentlich. Denn im Juni wird nun an einem runden Tisch erneut ausgelotet, wie die Oberstufe in der Lorraine erhalten werden könnte. Zur Aussprache und Diskussion laden der kantonale Bildungsdirektor Bernhard Pulver (grüne) und die Stadtberner Bildungsvorsteherin Edith Olibet (sp), wie Letztere auf Anfrage bestätigt.Jahrgangsgemischte KlassenZur Debatte steht vorab der von der Schulkommission ins Spiel gebrachte «dritte Weg» für die Lorraine. Dabei handelt es sich – wie nun öffentlich wird – um eine Weiterentwicklung des Twanner Modells durch die Einführung von jahrgangsgemischten Klassen. Das Konzept sei als mehrjähriges Pionierprojekt angelegt, sagt Olibet. Das Vorhaben sei umsetzbar, so die Gemeinderätin, allerdings seien dafür «Anpassungen» an den beiden anderen Schulstandorten des Kreises nötig: Im Breitfeld/Wankdorf und Spitalacker, wo nach dem Modell Manuel unterrichtet wird, könne es notwendig werden, «in einzelnen Jahren auch jahrgangsgemischte Klassen einzuführen», erläutert Olibet. Der Hintergrund: Im Schulkreis sind die Schülerzahlen rückläufig: Um im Breitfeld/ Wankdorf und Spitalacker ausgeglichene Klassen gewährleisten zu können, müssen Schüler hin und her geschoben werden. Die Auflösung der Oberstufe Lorraine würde an den anderen Orten volle Klassen ermöglichen.Wie auch immer das Ergebnis des runden Tisches aussieht: Für das kommende Schuljahr käme eine Kehrtwende zu spät. Die heutigen Sechstklässler aus der Lorraine werden ab Sommer im Spitalacker zur Schule gehen. Möglich sei aber, dass bereits auf das Schuljahr 2010/11 wieder eine siebte Klasse in der Lorraine geführt werde, sagt Olibet. Doch dies hänge letztlich von der Schulkommission ab, diese habe die Entscheidungskompetenz, betont sie.Im Lorraine-Kollegium würde ein dahin gehender Entscheid erfreut aufgenommen, wie Vertreterin Regula Rüetschi sagt. Das Kollegium hat sich gegen den Beschluss der Schulkommission gewehrt – und mit ihm der Elternrat und verschiedene Interessengruppen sowie SP und GB. Sie alle sammeln derzeit im Komitee «Oberstufe Lorraine bleibt» Unterschriften für eine Petition.«Wissen nicht, was rauskommt»Ob das Komitee mit seiner Forderung für die Lorraine durchdringt, dürfte im Wesentlichen davon abhängen, ob die anderen Schulstandorte im Kreis bereit sind, zugunsten einer Oberstufe Lorraine Anpassungen vorzunehmen.Genau dies wollte die Schulkommission laut Kopräsidentin Michaela Korell den Schulleitungen nicht aufzwingen. Dies nach dem Credo, dass man nicht gut unterrichten könne, wenn man sich für eine neue Unterrichtsform nicht bereit fühle. Korell will deshalb angesichts des runden Tischs auch nicht zu viele Hoffnungen wecken: «Wir wissen nicht, was rauskommt.»Der Entscheid der Kommission hatte eine jahrelange Vorgeschichte. Brauchte es die breite Empörung in der Lorraine, um die beteiligten Gremien nochmals an einen Tisch zu bringen? «Ein Stück weit wohl schon», sagt Korell. Der grosse Widerstand mache nun deutlich, dass viele Leute hinter dem von der Kommission vorgeschlagenen «dritten Weg» stünden.

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