Zum Hauptinhalt springen

«Regina» für Stöckacker gekrönt

Die Premiere rückt näher: 2012 soll in Bern erstmals eine bestehende Siedlung abgerissen und neu gebaut werden. Jetzt ist klar, wie das neue Quartier aussehen wird.

Raum für «urbane Wohnbedürfnisse» im Stöckacker: Das Siegerprojekt «Regina». (zvg)
Raum für «urbane Wohnbedürfnisse» im Stöckacker: Das Siegerprojekt «Regina». (zvg)

Vor einem Jahr gab Gemeinderätin Barbara Hayoz (fdp) bekannt, dass die stadteigene Siedlung Stöckacker Süd nicht mehr saniert, sondern abgerissen und neu gebaut wird. Nun ist klar, nach welchen Plänen der Ersatzneubau realisiert werden soll. Die Jury eines Architekturwettbewerbs hat sich einstimmig für das Projekt «Regina» entschieden. An Stelle der heutigen zwölf Mehrfamilienhäuser sieht das Vorhaben an der Bethlehemstrasse drei lang gezogene, leicht abgewinkelte vier- und fünfstöckige Gebäude vor. Die bestehenden 106 Wohnungen werden durch 150 neue ersetzt. Vorgesehen sind vorab 3- bis 5-Zimmer-Wohnungen, aber auch Räumlichkeiten fürs Wohnen im Alter und Wohngemeinschaften. «Regina» sei das Projekt mit dem grössten Potenzial, sagte Architekt Claude Rykart im Namen der Jury gestern vor den Medien. Überzeugend sei, wie die Verantwortlichen auf die komplexe Situation vor Ort – etwa die bestehende Bauten in der Umgebung und die Bahnlinie – reagiert hätten.«Ökologischer Leuchtturm»Der Ersatzneubau einer ganzen Siedlung sei für Bern eine Premiere, betonte Hayoz gestern. Ungewöhnlich sei zudem, dass die Stadt bei einem so grossen Projekt selbst als Bauherrin auftrete. Dies habe sie letztmals 1945 gemacht – beim Bau der Siedlung Stöckacker Süd. Es gebe in Zentrumsnähe kaum mehr Möglichkeiten, auf der grünen Wiese zu bauen, sagte Karoline Leuenberger vom städtischen Fonds für Boden- und Wohnbaupolitik. Nur über eine Verdichtung der bestehenden Strukturen könne das Wohnungsangebot erhöht werden. Stöckacker Süd soll aber nicht nur punkto verdichtete Bauweise und der Durchmischung verschiedener Wohnformen neue Akzente setzen, sondern auch zum «ökologischen Leuchtturm» werden, wie Leuenberger hervorstrich. Die Siedlung wird den Zielsetzungen der 2000-Watt-Gesellschaft entsprechen. Das bedeute im vorliegenden Fall beispielsweise mindestens Minergie-P-Bauweise, eine überzeugende Ökobilanz bei den Baumaterialien, ein Fahrradparkplatz pro Zimmer, jedoch bloss 20 Autoparkplätze für die Siedlung, integrierte Wasser- und Biomassennutzung, erläuterte Rykart.Preisgünstig, aber teurer als heuteGebaut wird laut Hayoz preisgünstiger Wohnraum «für Mittelstandsfamilien und neue, urbane Wohnbedürfnisse». Die Investitionskosten wurden vor einem Jahr auf 40 Millionen Franken, die Mietzinse für eine 3-Zimmer-Wohnung auf 1400 Franken geschätzt. Zu den Kosten wollte sich gestern niemand äussern. Klar ist aber, dass ein Teil der heutigen Mieterschaft die nahezu doppelt so hohen Zinse nicht mehr wird bezahlen können. Die Mieter würden seit einem Jahr begleitet und dereinst auch bei der Suche nach Ersatzlösungen unterstützt, sagte Leuenberger.Noch bleibt dafür Zeit: Vorerst wird eine Planungsvorlage ausgearbeitet und in die öffentliche Mitwirkung geschickt. Nach heutigem Wissensstand werde das Stimmvolk im Frühjahr 2012 über die Überbauungsordnung befinden, sagte Hayoz. Im folgenden Herbst könnte dann mit dem Abbruch und Neubau begonnen werden.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch