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«Orange» rollt am schnellsten

Der neue Niederflur-Express-Triebzug des RBS hat zwischen Bern und Solothurn einen Geschwindigkeitsrekord aufgestellt: Im Test erreichte eine RBS-Komposition 133,49 Kilometer pro Stunde.

Für insgesamt 53,4 Millionen Franken bestellte der Regionalverkehr Bern-Solothurn (RBS) 2008 sechs neue Niederflur-Express-Triebzüge. Während heute die zweite Komposition in Worblaufen eintrifft, verkehrt die erste der sogenannten «Orangen» bereits zu Testzwecken auf der Strecke Bern-Solothurn: Bevor die erste «Orange» voraussichtlich Ende Juli für den regulären Fahrbetrieb zugelassen wird, gilt es, diese auf Herz und Nieren zu prüfen.«Getestet werden unter anderem die Federung, die Bremsen und die Lärmemissionen des Zuges», sagt Fabienne Stalder von der Kommunikation RBS. Damit die «Orangen» künftig mit einer Höchstgeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde unterwegs sein dürfen, müssen sie sich auch bei einer Geschwindigkeitsprüfung bewähren. «Das Bundesamt für Verkehr verlangt, dass der Zug die zulässige Spitzengeschwindigkeit mindestens einmal in einer Testfahrt um zehn Prozent überbietet.» Mit der erreichten Geschwindigkeit von 133,49 Kilometern pro Stunde hat die erste «Orange» dieses Ziel nicht nur erreicht, sondern nebenbei auch gleich einen nationalen Geschwindigkeitsrekord im Meterspur-Verkehr aufgestellt. Die Rekordfahrt gelang auf der geraden, rund zwei Kilometer langen Strecke zwischen Lohn-Lüterkofen und Bätterkinden. «Viel schneller als die erreichten 133 Kilometer pro Stunde wird man auf Meterspur wohl gar nicht mehr fahren können», sagt Stalder. Bei rund 180 Kilometern pro Stunde drohten Schmalspur-Züge aufgrund ihrer geringeren Laufruhe umzukippen. Bauliche Anpassungen nötig Noch müssen alle sechs «Orangen» vom Bundesamt für Verkehr abgenommen werden. Ab Dezember sollen die Kompositionen auf der jetzigen Teststrecke im Einsatz stehen und täglich rund 10000 Fahrgäste befördern. Damit die Spitzengeschwindigkeit von 120 Kilometern pro Stunde in Zukunft überhaupt realisiert werden kann, seien aber zusätzlich noch bauliche Massnahmen nötig, sagt Stalder. Bereits im August wird es deshalb zwischen Fraubrunnen und Jegenstorf zu einer Streckensperrung kommen. «Vom 3. bis 9. August werden zwischen Fraubrunnen und Grafenried die Weichen für ein zweites Gleis eingezogen.» Der 25,2 Millionen Franken teure Gleisausbau ermöglicht nicht nur das bessere Kreuzen der Züge, sondern in einigen Jahren auch eine Verdichtung des Fahrplans. Beabsichtigt ist, den Fahrplan so umzustellen, dass parallel zu den regulären Kursen, die alle Haltestellen bedienen, beschleunigte Züge eingesetzt werden können. Fernziel ist es, dank Doppelspur, Fahrplananpassung und den «Orangen» Solothurn vier Minuten näher an Bern zu rücken.

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