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Marodes Dach: SBB wollen Depot abbrechen

Stadt BernVor dem SBB-Depot Aebimatt gleich hinter dem Berner Hauptbahnhof spielten sich im Dezember 2007 ungewöhnliche Szenen ab: Arbeiter montierten ganze Baumstämme, um das Dach zu stützen. Bei starkem Schneefall droht das Dach des 1911 gebauten Depots einzustürzen. Die Baumstämme sollten die maroden Dachträger nur vorübergehend stützen, und die SBB versprachen, das Dach so rasch wie möglich zu sanieren. Jetzt steht allerdings fest: Das marode Dach wird nicht saniert, und die provisorische Hilfskonstruktion bleibt vorerst noch für einige Winter, wie SBB-Mediensprecher Jean-Louis Scherz auf Anfrage bestätigt. Laut gut unterrichteten Quellen soll das Depot Aebimatt bald ganz abgebrochen werden – unter anderem wegen hoher Sanierungskosten und des anstehenden Ausbaus des Bahnhofs Bern. «Das Depot ist keine langfristige Lösung», sagt Scherz. Es bestehe aber keine Einsturzgefahr. Das denkmalgeschützte Depot Aebimatt haben die SBB seit 2003 an die BLS vermietet, welche es für den Unterhalt ihrer S-Bahn- und Regioexpress-Züge benutzt. Erst 2004 wurde das Depot während acht Monaten für mehrere Millionen modernisiert und umgebaut. Die genauen Umbaukosten kann Scherz nicht beziffern. Der schlechte Zustand der Dachträger wurde damals nicht bemerkt. Der mögliche Abbruch stösst beim Denkmalpfleger der Stadt Bern auf wenig Verständnis. «Das Depot ist vertraglich geschützt», sagt Jean-Daniel Gross. Gleichzeitig relativiert er: Das Eisenbahnrecht gehe sehr weit. Wenn Infrastrukturausbauten für den Bahnverkehr von existenzieller Bedeutung seien, würde das in der Güterabwägung wohl eine Rolle spielen. (tga)>

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