Zum Hauptinhalt springen

Lobeshymnen und ein Spielverderber

Von links bis rechts lobten gestern die Stadtratsparteien die Durchführung der Fussballmeisterschaft. Alle Parteien? Nicht ganz. Ein alter Kritiker wollte noch immer nicht in die Lobeshymnen einsetzen.

Von links bis rechts lobten gestern die Parteien die Durchführung der Fussballmeisterschaft. «Wir können auch ein mediterranes Volk sein», meinte Stadtrat Ueli Jaisli (svp). Beziehungsweise: Das hätte er eigentlich sagen wollen. Doch der Kommissionssprecher verhaspelte sich im schwierigen Adjektiv wie Marco Streller im debakulösen Penaltyschiessen an der letzten Fussball-WM.

Dass auch die Euro eine Glücksache war – da waren sich gestern fast alle Stadträte einig, auch jene, die sich nicht zu den Fussballfans zählen. Besprochen wurde der Schlussbericht des Gemeinderats, den dieser bereits im Herbst vorgestellt hatte. Die Fussball-Europameisterschaft sei eine absolute Erfolgsgeschichte und ein unvergessliches Fest gewesen, meinte Jaisli weiter. «Nicht nur der Welt haben wir gezeigt, dass wir gut organisieren können, auch uns selbst.»

Lob für den Sandstein

Die GB/JA-Fraktion lobte die Bemühungen bei der Nachhaltigkeit. Von der SP war zu hören, dass sie sich schon auf die Eishockey-WM freue. Die GFL lobte den Sandstein, der sich als erstaunlich urinresistent erwiesen habe. Die SVP Plus zeigte sich auch zufrieden, nur ihr Fraktionssprecher Dieter Beyeler (sd) bedauerte, dass die Umbennung des Kornhaus-Platzes in Oranje-Platz keinen Anklang fand. Und auch Stadtpräsident Alexander Tschäppät (sp) klopfte sich und allen Beteiligten auf die Schulter: «Auch wenn wir keine Metropole sind: Wir haben Selbstvertrauen tanken können.»

Einsamer Rufer

Alle glücklich also? Nicht ganz. Luzius Theiler (gpb) mochte nicht in die Fangesänge einstimmen. Linksalternative Kritiker hatten gegen den Euro-Kredit das Referendum ergriffen – und überraschende 48 Prozent der Stimmenden auf ihre Seite gehabt. Für diese grosse Minderheit spreche er hier, meinte Theiler, der einsame Rufer in der Post-Euro-Euphorie. Die Uefa habe 1,2 Milliarden Franken am Event verdient. Dass die Stadt gleichzeitig Millionen habe berappen müssen, sei noch immer stossend.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch