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Kommentar: Nur Bares ist Wahres

Markus Dütschler

Es kommt nicht oft vor, dass Medienschaffende über Dinge schreiben, die sie direkt betreffen. Für den «Bund» stehen grosse Veränderungen an. Bis im Juni will die Eigentümerin Tamedia entscheiden, ob der «Bund» mit dem «Tages-Anzeiger» kooperiert oder ob die 1850 gegründete Zeitung mit der BZ fusioniert. Beides wird tief greifende Folgen haben – vermutlich weit über die «Bund»-Redaktion hinaus.Ein Komitee, das sich der Rettung des «Bund» verschrieben hat, sucht nach einer dritten Lösung. Könnte man den «Bund» allein weiterführen, eventuell als Wochenzeitung, ausserhalb von Tamedia? Wäre die 2007 ausgestiegene NZZ zu einem neuen Engagement bereit?Auf Fragen wie diese gab es gestern keine konkreten Antworten. Anhand einer Umfrage unter Lesern will das Komitee herausfinden, was diese wünschen und wie viel sie dafür zu bezahlen gewillt sind. Auf die Resultate darf man gespannt sein. Nur: Die Uhr tickt weiter. Die Pläne gedeihen – wenn überhaupt – womöglich erst zu einem Zeitpunkt, da Tamedia schon entschieden hat. Tatsache ist: Der «Bund» gehört zum Tamedia-Konzern, der durch die kürzliche Übernahme der welschen Edipresse noch grösser geworden ist. Die Firma besitzt viel Knowhow und ebenso viel Geld. Dem hat das Komitee bisher lediglich engagierte Mitglieder entgegenzusetzen, die gut vernetzt, kreativ und hartnäckig sind. Das ist erfreulich und verdient Lob. Doch wie immer ein dritter Weg aussehen könnte: Die Zeitung muss auf eine Leserschaft zählen können, die für Recherchen, Hintergründe und Kommentare zu bezahlen gewillt ist. Und auf Inserenten, die es attraktiv finden, darin zu werben. Am Schluss wird jene Lösung realisiert, die sich am Markt finanzieren lässt. Falls das Komitee tatsächlich Investoren hinter sich hat, dann sollten sie ihre Schatullen sehr bald öffnen. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld geht gar nichts. Das Kulturzentrum Progr in Bern, das innert Kürze Millionenbeträge auftreiben konnte, zeigt, dass Wunder zuweilen möglich sind. Eine Garantie dafür gibts aber nicht.>

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