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«Ist das nicht erstaunlich?»

Eine gute Schlagzeile bleibt für längere Zeit im Kopf hängen. Jüngst sorgte die Gratiszeitung «Blick am Abend» bei einem Leser für ein solches Hängenbleiben, womit natürlich nicht gesagt ist, dass die folgende Schlagzeile vom 8. September eine gute ist: «Chamenei liest Achmadinedschad die Leviten», vermeldete die Zeitung. Unser Leser, nennen wir ihn Herr L., zeigte sich überrascht: «Ist das nicht erstaunlich? Und verstehen Sie meine Frage überhaupt?», fragt er uns. Unser Gremium wurde ja eigens zum Zweck erschaffen, Fragen zu verstehen und zu beantworten. Wir sind die Fragenversteher vom Dienst. So wie man Wünsche an den Weihnachtsmann oder ans Christkind schickt, sendet man uns Fragen zu. Darum rufen wir: «Ja, wir verstehen Ihre Frage!» Es kann natürlich manchmal – aus einer sehr subjektiven Warte – so erscheinen, als ob wir eine Frage missverstünden, dies ist aber meistens eine Folge ungenügender Kognizität. Es ist aber hier nicht der Ort, eine Jeremiade über die Unzulänglichkeit des Menschlichen anzustimmen. Ein solches Lamentieren würde in einer Ansammlung von Kassandrarufen enden. Anders als viele glauben, hängen die Leviten nicht in der Hosenabteilung der Kleiderläden. Es handelt sich jedoch zum Teil um Waschanleitungen. Die Leviten finden sich zwischen Buchdeckeln, die relativ weit auseinander liegen, so können sie am besten gelesen werden. Wir freuen uns darüber, dass Iran beim Levitenlesen eine Vorreiterrolle übernimmt. Das ist in der Tat erstaunlich, umso mehr als das Beispiel Schule macht. Gegenwärtig werden folgenden Personen auf dieser Welt die Leviten gelesen (keine vollständige Liste): Merz, Ghadhafi, Berlusconi,dem Papst sowie Fussballspielern, die sich nicht für die WM qualifizieren.Fragen Sie die Ask-Force!Die Ask-Force beantwortet Fragen, die kaum jemand zu stellen wagt. askforce@derbund.ch.>

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