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Hausbesitzer ärgert Post

Der Schanzenpost-Neubau wird vom Besitzer eines angrenzenden Hauses blockiert. Zieht Ulrich Buchschacher seine Beschwerde nicht zurück, verlegt die Post ihren Hauptsitz und 2000 Arbeitsplätze eventuell nach Olten oder Basel.

Projektbild des geplanten Hauptsitzes der Post – bleibt es nur ein Plan? (zvg)
Projektbild des geplanten Hauptsitzes der Post – bleibt es nur ein Plan? (zvg)

Ein einziger Beschwerdeführer blockiert gegenwärtig das grösste Bauprojekt im Zentrum Berns: den Neubau der Schanzenpost. Die Schweizerische Post und die Stadt Bern sind von der befürchteten Bauverzögerung wenig begeistert. Dennoch wollten sie der Öffentlichkeit bislang nicht bekannt geben, wer hinter der Beschwerde steckt – zumindest offiziell nicht. Zu einem laufenden Verfahren nähmen sie keine Stellung, sagten sie unisono.Kaum Einsprachen der NachbarnRecherchen des «Bund» zeigen nun: Beim Beschwerdeführer handelt es sich um Ulrich Buchschacher. Buchschacher ist Präsident der gleichnamigen Immobilienfirma U.C. Buchschacher AG. Vor allem aber ist Buchschacher Eigentümer des denkmalgeschützten Hauses an der Laupenstrasse 4. Damit ist er einspracheberechtigt, liegt seine Liegenschaft doch in unmittelbarer Nähe zum geplanten Neubau der Post.Buchschacher nimmt mit seiner Beschwerde ein grundsätzlich unbestrittenes Rechtsmittel in Anspruch. Dennoch wollte er sich gestern nicht dazu äussern und mochte auch nicht bestätigen, dass er die Beschwerde eingereicht habe.Die eigentliche Absicht hinter der Beschwerde bleibt damit weiterhin unbekannt. Bekannt sind indes deren Folgen: «Im Extremfall müssen wir die Projektarbeiten stoppen», sagte ein Post-Sprecher am 4. April gegenüber dem «Bund». Die Post wäre gezwungen, ihren Hauptsitz mit 2000 Arbeitsplätzen andernorts zu platzieren – etwa in Olten oder Basel.Der Spatenstich für den immensen und für Bern bedeutungsvollen Gebäudekomplex nahe der Welle ist für Ende 2010 geplant. Zieht Buchschacher die Beschwerde jedoch in naher Zukunft nicht zurück, wird der angepeilte Baustart zur Illusion.Offenkundig sind Stadt und Post darüber – gelinde gesagt – enttäuscht. Nicht zuletzt auch, weil mit der gesamten Nachbarschaft eine einvernehmliche Lösung erzielt werden konnte. Die SBB etwa sind zufrieden mit dem Bauprojekt, stünde die neue Schanzenpost dem geplanten Untergrund-Bahnhof doch in keiner Weise im Weg. Ein Indikator für die nachbarschaftliche Akzeptanz ist zudem die kleine Anzahl Einsprachen, die anfänglich eingegangen ist. Umso mehr, wenn man bedenkt, an welch zentraler Lage der Komplex zu stehen kommt. Zwei an der Zahl waren es: Buchschacher und sein Nachbar, der Eigentümer der Laupenstrasse 2, wo sich das Kino Bubenberg befindet. Dieser hat seine Einsprache inzwischen zurückgezogen.Eventuell bis vor BundesgerichtGemäss früheren Auskünften der Stadt Bern richtet sich die Beschwerde gegen das von der Stadt eingeschlagene Verfahren. Um den neuen Gebäudekomplex realisieren zu können, ist eine Änderung der Überbauungsordnung erforderlich. Die Stadt wählte hierfür das «vereinfachte Verfahren». Dagegen opponiert Buchschacher. Die Stadt solle ein «ordentliches Verfahren» durchführen, verlangt er. Damit hätte die Berner Stimmbevölkerung über die Überbauungsordnung zu befinden.Weil es sich lediglich um geringfügige Änderungen der Überbauungsordnung handelt, sei das vereinfachte Verfahren angemessen, sagen hingegen die Stadt und das kantonale Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR). Nach diesen Entscheiden zog Buchschacher seine Beschwerde an die kantonale Justizdirektion weiter.Der Liegenschaftsbesitzer könnte bis vor Bundesgericht gelangen.

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