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Haberhuus kritisiert Schloss-Konzept

Für Kultur sei im Betriebskonzept für das Könizer Schloss zu wenig Platz, sagt Haberhuus-Chef Erich Zbinden. Die Gemeinde habe sich vorschnell für Investoren entschieden und Alternativen nicht geprüft.

Mit einer Rundmail rufen Beat Rufi und Erich Zbinden vom Verein Haberhuus Kultur dazu auf, am Mitwirkungsverfahren für das Betriebskonzept des Könizer Schlosses teilzunehmen: «Jetzt ist noch Zeit, eigene Ideen einzubringen!» Gleichzeitig kritisieren sie das vorliegende Konzept mit Seminarbetrieb samt Tagungshotel. Zbinden und Rufi schreiben: «Das Schloss muss in erster Linie ein Platz für die Bevölkerung sein, mit dem sie sich identifizieren kann.» Ein breites, soziokulturelles Angebot bringe mehr Begegnung und Leben aufs Schloss als ein Tagungszentrum, das von auswärtigen Besuchern benutzt wird.

«Die Gemeinde hat zu wenig geprüft, selbst ins Schloss zu investieren und Konzepte zu entwickeln, die sie selber tragen kann», sagt Erich Zbinden dem «Bund». Statt der geplanten Investitionen von 28 Millionen Franken könnte man die Kinderbetreuung und die Mediotheken Schliern und Stapfen ansiedeln, die bereits heute Publikumsmagneten seien. Man könnte Jugendräume und Ateliers schaffen. Stattdessen stellen sich die Kulturschaffenden die Frage: «Wie sieht es konkret mit der Kultur aus?» Im künftigen Betriebskonzept habe sie nur einen kleinen Stellenwert, sei in den Rossstall ausgelagert und komme im Plan zur Umzonung gar nicht vor. Grossen Raum nehmen dagegen Investoren ein. «Es ist wohl eine Illusion, dass die Gemeinde nachher noch die Investoren steuern kann, wie sie das annimmt», sagt Zbinden. Er fürchtet, dass die kommerzielle Kultur siegen wird. Zudem sei die Zusammenarbeit zwischen Gemeinde und Privaten im Kulturbereich zu wenig überlegt und in Köniz kaum erprobt, sagt Zbinden im Hinblick auf den Rossstall. Dieser ist die erste Liegenschaft auf dem Schloss, die von einem Investor, dem Verein Rossstall, saniert wird, zu welchem die Firma Mössinger Immobilien und das Bauunternehmen Bill AG gehören. Das neue Kulturlokal soll im Juli eröffnen.

«Wie der Rossstall läuft, muss sich erst noch zeigen», sagt Zbinden. Das Haberhuus wird in dem Lokal auch Anlässe organisieren. Zbinden kritisiert, dass es die Gemeinde lange verpasst habe, mit den Investoren einen Nutzungsvertrag abzuschliessen. «Wir verhandeln mit dem Verein Rossstall derzeit darüber», sagt Gemeinderat Ueli Studer (svp). Als man die Liegenschaft im Baurecht abgegeben habe, sei eine Vereinbarung bezüglich der Kultur geschlossen worden. Es sei schliesslich nicht das Ziel, auf dem Schlossareal zwei konkurrierende Kulturvereine zu haben.

«Kultur wird genug Platz haben»

Studer verteidigt das Konzept fürs Schloss und versichert, dass die Kultur darin einen festen Platz haben werde. «Das ist schliesslich unser Ziel», betont Studer. Ausser dem Rossstall seien auch die Pfrundschüür und der Rittersaal kulturelle Orte. Er könne die Befürchtungen und die Kritik der Kulturschaffenden verstehen. Diese waren bereits am Informationsabend laut geworden («Bund» vom 25. Januar). «Aber nun wollen wir erst die Mitwirkung abwarten, vorher ist doch alles offen», sagt Studer. Er gibt aber zu bedenken: «Wenn man der Kultur das ganze Areal überlassen würde, käme es der Gemeinde sehr teuer.»

Die Mitwirkung für das neue Schlosskonzept wurde bis zum 13. März verlängert; die Pläne liegen im Gemeindehaus auf.

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