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Grabesruh, kalorienarm?

Die neue Kehrsatzer Regierung hat ihre Legislaturziele vorgelegt. Klar ist: Sie wird in den nächsten vier Jahren tun, was zu tun ist. Ohne dabei ihre Kreativität zu vergessen.

Der Kehrsatzer Gemeinderat hat in den letzten paar Wochen das gemacht, was neu gewählte Regierungen in der Regel tun: Er hat seine eigenen Aufgaben für die kommenden vier Jahre definiert. Legislaturplanung heisst das, und das Resultat aus dem Vorgang, die Legislaturziele nämlich, hat der Rat jetzt vorgelegt. Klar, dass sich etliche dieser Ziele in allen Gemeinden stark ähneln. So gehört Kehrsatz – Nachbarin der Steueroase Muri – zum Chor jener Kommunen, die sich über ihre «attraktive Steueranlage» freuen und sie zu bewahren wünschen. Ebenso wenig erstaunt, dass Kehrsatz seine Liegenschaften in Schuss halten und seine Anbindung an den öffentlichen Verkehr laufend verbessern will. An der «gezielten Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes unter Einbezug des Handwerker- und Gewerbevereins» feilt mit Sicherheit auch Nidau, und vermutlich will sogar Zürich «die enge und gute Zusammenarbeit» mit seinen Nachbarn weiter ausbauen.Wer nun zum Schluss kommt, Kehrsatz stehe eine vergleichsweise langweilige Legislatur ins Haus, geht fehl. Die neue Regierung hat, bei allem politischen Pragmatismus, durchaus kreatives Potenzial: «Die Realisierung eines ,Friedhof-light‘-Projektes wird abgeklärt», schreibt der Gemeinderat in seinen Legislaturzielen.«Friedhof light»? Planen die Kehrsatzer einen leichten Friedhof? Oder einen besonders hellen? Mit «light» werden hierzulande gewöhnlich Lebensmittel beschriftet, die sich nicht allzu arg auf den Problemzonen ablagern sollten, aber wer will schon auf einem kalorienreduzierten Gottesacker bestattet werden. Oder bezieht sich «light», wie bei gewissen Mineralwassermarken, auf einen besonders niedrigen Kohlensäuregehalt? Alles Chabis, wie es im Gürbetal heisst. Vor zweieinhalb Jahren hat die mit rund elf Prozent der Stimmberechtigten überdurchschnittlich gut besuchte Gemeindeversammlung ein Friedhofprojekt bachab geschickt. Allerdings nur ganz knapp, mit 116 gegen 114 Stimmen. Der Gemeinderat habe in der Folge festgestellt, dass etliche Kehrsatzer vor allem wegen der Kosten Nein gestimmt hätten, sagt Gemeindeschreiber Remy Raeber auf Anfrage. Jetzt wolle die Exekutive überprüfen lassen, ob eine günstigere Variante möglich wäre. Natürlich werde man auch das damalige Projekt «röntgen»: «Könnte man damit auch billiger fahren? Oder muss man es ändern?» Erst, wenn dies alles abgeklärt sei, entscheide der Gemeinderat, ob er eine neue Friedhofsvariante vorlegen wolle – das nötige Land besitzt die Gemeinde bereits.Also doch: Der «Friedhof light» soll nicht schwer aufliegen – auf dem Portemonnaie. Eigentlich ganz hell, diese «light»-Idee. Renate Bühler>

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