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Gemeinderat wählt die sanfte Tour

Die Gemeinde Wohlen will wachsen – aber nicht zu heftig. In Hinterkappelen, Oberwohlen und Uettligen sollen 140 bis 160 neue Wohnungen entstehen. Ein neuer Anlauf wird auf dem Areal Kappelenbrücke gemacht – ohne Hochhaus.

Die Chancen stehen nicht schlecht. Während in Bolligen und Ittigen ehrgeizige Pläne für grosse Einzonungen letztes Jahr bei der Bevölkerung durchfielen, präsentiert der Wohlener Gemeinderat eine vergleichsweise moderate Ortsplanungsrevision, die durchaus mehrheitsfähig sein könnte.

«Ziel ist, die Einwohnerzahl leicht zu steigern», sagte Wohlens Gemeindepräsident Christian Müller (parteilos) gestern vor den Medien. Das sei ein ehrgeiziges Ziel, «denn es ist nur schon schwierig, den Status quo zu wahren». Er spricht damit das bekannte Phänomen an, dass pro Person immer mehr Wohnraum beansprucht wird. Bei gleichbleibender Wohnfläche in einer Gemeinde nimmt die Bevölkerungszahl also ab.

Kappelenfeld bleibt unangetastet

Von zwei heissen Eisen, an denen sich hitzige Diskussionen hätten entfachen können, liess der Gemeinderat die Finger. Erstens will er das Kappelenfeld in Hinterkappelen nicht einzonen, zweitens präsentiert er auf dem Areal Kappelenbrücke nach dem Volks-Nein zum Hochhaus nun eine sanftere Variante: Neu sollen zwei Gebäude erstellt werden – das eine maximal vier-, das andere maximal achtgeschossig. «Wir haben aber nicht darauf geschaut, welche Gebiete besonders viel oder besonders wenig Widerstand wecken könnten», betonte Gemeinderätin Rosmarie Kiener (sp plus), Vorsteherin des Departements Bau und Planung.

Letztlich verbleiben drei Gebiete mit Neueinzonungen.

Wohlen:Im Gebiet Musterplatz Oberwohlen ist eine lockere bis leicht verdichtete Bauweise mit zweigeschossigen Gebäuden vorgesehen. Rund 20 Wohneinheiten sollen entstehen.

Hinterkappelen:Das Areal Dorfmatte ist zentral mitten im Dorf gelegen. Der Gemeinderat schlägt eine leicht verdichtete Bebauungsform vor. Auch hier wird etwa mit 20 neuen Wohnungen gerechnet.

Uettligen: Die Überbauung an der Säriswilstrasse ist der klar grösste Wurf in der Ortsplanungsrevision. «In Uettligen ist die gesamte benötigte Infrastruktur wie Läden und Schulen bereits vorhanden», sagte Müller. Zudem sei die gute Postautoverbindung in die Stadt Bern ein Vorteil. Müller ergänzte, der Gemeinderat wolle aufgrund der bestehenden Nachfrage unterschiedliche Wohntypen anbieten – Mehrfamilien-, Einfamilien- und Terrassenhäuser etwa. Geplant sind 100 bis 120 neue Wohnungen.

Verdichten beim «Chappelemärit»

Für Gewerbe und Industrie gibt es nur ein einziges neues Angebot: Die Arbeitszone «Birchi» Säriswil (ehemals Gewerbezone) wird nördlich um 8000 Quadratmeter vergrössert. Gesamthaft werden bei der Ortsplanungsrevision lediglich 8 Hektaren eingezont. Durch innere Verdichtungen könnten rund zwei Hektaren hinzukommen. Der Gemeinderat will etwa an der Dorfstrasse in Hinterkappelen, beim nahe gelegenen «Chappelemärit» und in Murzelen, verdichten.

Wie Hansjörg Messerli, Projektleiter Ortsplanungsrevision, weiter ausführte, sollen sechs neue Weilerzonen geschaffen werden: Murzelen, Illiswil, Möriswil, Wyssestei, Oberdettigen und Steinisweg. In Weilerzonen dürfen bestehende Gebäude umgenutzt werden; möglich sind zweigeschossige Ausbauten, Dachausbauten sind jedoch nur bedingt möglich.

Das Finale am 20. Oktober

Bis zum 13. März findet die öffentliche Mitwirkung statt, Tag der Entscheidung ist der 20. Oktober. Dann findet die Gemeindeversammlung zur Ortsplanungsrevision statt. Dort könnten die Stimmberechtigten einzelne Teile aus der Revision kippen. Müller ist sich dieses Risikos bewusst. «Aber wir brauchen nun mal eine gewisse Entwicklung.»

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