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Entgiftung für 18 Millionen

EWB möchte ab Herbst einen Teil des Gaswerkareals sanieren. 34000 Kubikmeter Material müssen entsorgt werden. Was später mit der Gaswerkareal geschehen soll, ist offen.

Bis in einigen Jahren soll auf dem Berner Gaswerkareal nichts mehr von der jahrzehntelangen industriellen Nutzung des Gebiets zeugen. Zumindest das Erdreich soll dann wieder höheren Ansprüchen genügen. Ab 1876 produzierte die Stadt an der Aare Gas und andere Stoffe wie Koks, Gaswerkteer, Benzol oder Ammoniak. 1967 wurde die Gasproduktion eingestellt, und in den letzten Jahren zog sich Energie Wasser Bern (EWB) – nunmehr Eigentümerin des Areals – schrittweise vom Standort zurück. Am augenfälligsten wurde der Rückzug letztes Jahr, als die zwei Gaskugelspeicher abgerissen wurden. Heute ist das rund 60000 Quadratmeter grosse Gebiet eine Brache. Was blieb, sind zum Teil stark kontaminierte Böden.Die Verunreinigung des Erdreichs ist laut EWB-Sprecher Thomas Hügli je nach Stelle auf dem Gaswerkareal sehr unterschiedlich. Bereits 2001 musste ein kleinerer Teil des Geländes saniert werden. Und nun hat EWB Zeit, eine weitere Tranche bis 2011 zu sanieren. Das entsprechende Stück Land sei etwa 8000 Quadratmeter gross und liege zwischen dem Jugendzentrum Gaskessel und der ehemaligen Kokshalle. Ziel sei, mit der Sanierung im Herbst zu beginnen, sagt Hügli. Ein entsprechendes Gesuch hat EWB dieser Tage publiziert. Per Lastwagen nach DeutschlandObschon es sich um einen vergleichsweise kleinen Teil des Areals handelt, wird die Sanierung temporär grosse Spuren hinterlassen. Das Erdreich werde bis in eine Tiefe von 11 Metern abgetragen, sagt Hügli. 34000 Kubikmeter Material würden abtransportiert. Der mit Schadstoffen belastete Boden werde entsorgt und aufbereitet. Die rund 20 Monate dauernde Sanierung koste rund 18 Millionen Franken. Sie sei unter anderem deshalb so teuer, weil das Material per Lastwagen nach Deutschland gefahren werden müsse. EWB habe für die Sanierung seit Jahren Rückstellungen gemacht, sagt Hügli.Noch ist offen, ob die Grube eine Zeit lang offen gelassen wird. Falls für die künftige Nutzung des Areals ohnehin ein Aushub nötig sei, wäre es nicht sinnvoll, sie zuzuschütten, sagt Hügli. EWB sei deshalb im Gespräch mit der Stadt. Von der künftigen Nutzung abhängig ist auch die weniger dringliche Sanierung des restlichen Lands. Je nachdem, was dereinst auf dem Gaswerkareal geplant ist, wird EWB das Land mehr oder weniger umfassend sanieren.Was indes mit dem Gaswerkareal künftig geschehen soll, ist seit Jahren unklar. EWB will das Land verkaufen; die Stadt Bern hat ein Vorkaufsrecht. Die Behörden schlagen in der Quartier- und Verkehrsplanung für den Stadtteil III, die jüngst in die Vernehmlassung geschickt wurde, vor, das Gelände als Erholungs-, Erlebnis- und Naturraum zu etablieren. Denkbar seien kulturelle Nutzungen wie auch der Bau von Sportanlagen, sagt Stadtplaner Christian Wiesmann. Entlang der Sandrainstrasse wäre zudem Wohnungsbau möglich. Ein Vorentscheid sei noch nicht gefallen, betont Wiesmann. Zunächst werde die Mitwirkung ausgewertet, und die Interessen der einzelnen Stellen der Stadtverwaltung am Gaswerkareal würden gesammelt. Anschliessend sei es am Gemeinderat, einen Entscheid zu fällen. Bis der Souverän über eine allfällige Umzonung des Gaswerkareals abstimmen werde, dürften laut dem Stadtplaner sicher noch zwei Jahre vergehen.

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