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«Dass Hunde nicht beissen»

Ein besseres Zusammenleben zwischen Hunden und Menschen und somit eine vertieftere Integration der Hunde in die Gesellschaft: Dies verspricht uns der neu auf dem Schweizer Markt lancierte Hundebeissschutz der Firma Saciri. An der gestrigen Medienkonferenz in Bern wurde das Produkt von einer breiten Lobby aus Tierärzten, Tierschützern, Hundehaltern und Politikern vorgestellt. Es kommt daher wie ein Boxer-Mundschutz, nicht aber für Menschen, sondern eben für Hunde. Der Beissschutz solle als Ersatz für den Maulkorb dienen und den Hunden mehr Freiheiten lassen, liess die krankheitshalber abwesende Lolita Morena, Zentralvorstandsmitglied des Schweizer Tierschutzes, in einer Mitteilung verlauten. Tierarzt Urs Geissbühler lobte die Vorzüge des Produkts: Der Beissschutz könne auch unter den Hunden selbst zu einem verträglicheren Umgang führen, denn die gegenseitig zugefügten Bisswunden würden drastisch reduziert. Gleichzeitig machte Geissbühler auf gewisse Problematiken aufmerksam: Er habe in seiner aktuellen Studie zu Sinn und Nutzen des Produkts festgestellt, dass gewisse Hunde versuchten, sich des Beissschutzes zu entledigen, sobald sie nicht mehr unter Aufsicht standen. Offensichtlich genierten sich die Hunde deswegen. So warf Hundeverhaltensspezialistin Linda Hornisberger denn auch die Frage auf, ob der Beissschutz das Sozialverhalten der Hunde nicht negativ beeinträchtige. Welches Weibchen möchte auch schon einen Mann mit Mundschutz küssen? SVP-Nationalrat Oskar Freysinger war ebenfalls mit von der Partie. Als Präsident der Subkommission «Gefährliche Hunde» sei es ihm ein Anliegen, das derzeit im Nationalrat zur Debatte stehende Bundesgesetz über die Einschränkung von gefährlichen Hunden möglichst volks- und hundenah zu gestalten. Der Hund sei schliesslich des Menschen liebster Freund. Philippe Roux, seines Zeichens erster diplomierter Tierzahnarzt der Schweiz, wies auf die zusätzliche Funktion des Produkts als Zahnüberzug hin: Zahnfleischverletzungen und auf Zähnen hausenden Viren könne vorgebeugt werden. Bleibt nur zu hoffen, dass die daheimgebliebene Lolita Morena nicht von einem solchen befallen wurde. Nach der Vogel- und Schweinegrippe jetzt noch die Hundegrippe – das möchte bestimmt niemand. Klaus von Muralt>

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