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Darwin oder Designer: Debatte um Evolution

Sorgen um die richtige naturwissenschaftliche Bildung an den Stadtberner Volksschulen machen sich die beiden Stadträte Michael Köpfli (glp) und Claude Grosjean (parteilos).

Es bestehe eine Tendenz, die konfessionelle Neutralität des Schulbetriebs zu unterwandern, schreiben sie – und fordern mittels Postulat, anlässlich des laufenden Darwin-Jahrs einen Evolutionstag an den Schulen durchzuführen.

Als Beispiel führten die Postulanten an, offenbar steige die Zahl von Lehrpersonen mit freikirchlichem Hintergrund. «Diese gefährlichen Tendenzen müssen unterbunden werden», sagte Köpfli gestern im Stadtrat. Die Kinder müssten über die Evolutionstheorie gebildet werden – «denn diese ist die einzige Erklärung für die Vielfalt des Lebens».

«Nicht in Lehrplan eingreifen»

Die beiden Postulanten stossen mit ihrem Anliegen auf offene Türen, wie sich gestern im Stadtrat zeigte. Der Gemeinderat teile die Auffassung, dass die Evolutionstheorie in der Schule thematisiert werden solle, schrieb die Regierung in ihrer Antwort auf das Postulat. «Die Stadt kann aber nicht in den kantonalen Lehrplan eingreifen», sagte Bildungsdirektorin Edith Olibet (sp). Der Gemeinderat könne daher den Schulen nicht vorschreiben, einen Evolutionstag durchzuführen. Er werde die Schulen aber auf die bestehende Darwin-Ausstellung im Naturhistorischen Museum aufmerksam machen, versicherte Olibet.

Weitgehende Einigkeit

Postulanten wie Parlamentarierinnen und Parlamentarier zeigten sich zufrieden mit der gemeinderätlichen Antwort – ausser der EDU-Stadtrat Beat Gubser: Die Evolutionstheorie könne die Entstehung des Lebens beileibe nicht erklären, sagte er. «Wieso soll es keinen ,Designer‘ der Welt geben – schliesslich gibt es auch Designer von Möbeln und Kleidern», sagte Gubser. Man könne auch aus christlicher Sicht nicht gegen die Evolutionstheorie sein, hielt GFL-Stadtrat und Pfarrer Conradin Conzetti dagegen. «Darwin liefert einen Erklärungsansatz – es ist richtig, diesen zu unterrichten.»

Das Postulat wurde mit 35 zu 15 bei 7 Enthaltungen überwiesen; die Antwort des Gemeinderats gilt als Prüfungsbericht. (pmg)

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