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Bootshaus zum Zweiten

Ein ehemaliger Expo-Pavillon soll dem Ruderclub Wohlensee als neues Bootshaus dienen. Das Projekt wurde angepasst, um einen Misserfolg wie beim ersten Anlauf im Jahr 2005 zu verhindern.

Auf dieser Wiese neben dem Fussballplatz in Hinterkappelen soll der Holzpavillon des Ruderclubs gebaut werden. (Beat Schweizer)
Auf dieser Wiese neben dem Fussballplatz in Hinterkappelen soll der Holzpavillon des Ruderclubs gebaut werden. (Beat Schweizer)

Der erste Versuch für ein Bootshaus am Wohlensee in Hinterkappelen scheiterte am massiven Widerstand der Anwohner. Wegen zahlreicher Einsprachen zog der Ruderclub Wohlensee das Baugesuch zurück. Nun schickt der Gemeinderat von Wohlen aufgrund eines angepassten Projekts die Teilrevision der Uferschutzplanung Wohlensee in die Mitwirkung. Bei den Gesprächen habe sich gezeigt, «dass es zu dem vorgeschlagenen Standort keine Alternativen gibt». Das heisst: Das Bootshaus soll in Hinterkappelen zwischen dem Fussballplatz und den Familiengärten erstellt werden.Gemeinderätin Rosmarie Kiener (sp plus) spricht von einem «legitimen Begehren» des Ruderclubs. Kiener rechnet aber mit Widerstand. «Ich bin mir nicht sicher, wie das bei der Bevölkerung ankommt.» Das Bootshaus sei in einem heiklen Gebiet geplant. Der Kappelenring sei auch sonst von Verkehr und Lärm betroffen. Ehemaliges Restaurant MistralDer Ruderclub Wohlensee will einen ehemaligen Expo-Pavillon aufstellen. Das Holzgebäude wurde unter dem Namen «Mistral» auf der Arteplage in Biel von der Migros als Restaurant genutzt. Nun sei das Projekt angepasst worden, sagt Renatus Gallati vom Ruderclub, der bis Ende 2007 für die FDP im Wohlener Gemeinderat politisierte. Das Gebäude wird nicht mehr parallel, sondern quer zum See gestellt. Vom Ufer aus ist also nur die schmale Seite sichtbar. Zudem wurden die Dimensionen von 60 mal 20 Meter auf 52 mal 20 Meter reduziert. Geändert wurde auch die Zufahrt: Sie soll nicht mehr von der Seite der Familiengärten, sondern über die Arastrasse erfolgen. Von dort aus werden auch das Jugendhaus, die ARA sowie Fussball- und Tennisplätze erschlossen. Das provisorische Bootshaus bei der Wohleibrücke sei viel zu klein und platze aus allen Nähten, sagt Gallati. Kosten von 600000 FrankenIm Gebäude soll es Platz für die Boote, für Schulungs- und Fitnessräume sowie Garderoben geben. Auch eine Clubbeiz ist vorgesehen. Mit einem öffentlichen Restaurant, wie beim ersten Anlauf 2005 befürchtet wurde, ist aber nicht zu rechnen. Mit der Landbesitzerin, der BKW, besteht laut Eduard Künzler, dem Präsidenten des Ruderclubs, ein Vertrag, dass im Pavillon kein öffentliches Restaurant betrieben werden darf. Die Kosten für das gesamte Projekt beziffert Künzler auf 600000 Franken, inklusive Aufbau. Zudem werde auf dem fünf Meter hohen Gebäude eine Solaranlage mit einer Fläche von 1100 Quadratmetern installiert. In den letzten Jahren ist die Zahl der Mitglieder des Ruderclubs gestiegen. Derzeit habe man über 80 Mitglieder, sagt Künzler. Der Präsident des Ruderclubs hofft darauf, dass das Projekt im zweiten Anlauf weniger Widerstand hervorrufen wird. Vor vier Jahren argumentierten die Gegner auch damit, dass am Wohlensee ein regionales Ruderzentrum aufgebaut werden solle. Auch Vogelschützer äusserten Bedenken, weil die Wasservögel auf dem Wohlensee gestört würden. Wenn alles rund läuft, könnte die revidierte Uferschutzplanung noch in diesem Jahr der Gemeindeversammlung unterbreitet werden. Ein Baugesuch würde erst danach eingereicht.

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