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Aus Wunsch wird Realität

«Ich habe mich über jeden einzelnen Franken gefreut», sagt der Präsident der Pfadi Chutze Aaretal. Der notwendige Millionenbetrag für ein neues Heim in Münsingen ist beisammen – Ende Jahr sollen die Pfadfinder endlich wieder einen Ort zum Übernachten haben.

Die heutige Situation ist für die Pfadi Chutze Aaretal unbefriedigend. Vereinspräsident Daniel Mühlemann bringt das Dilemma auf den Punkt: «Ein Pfadiheim, in dem man nicht übernachten kann, ist nur ein halbes Pfadiheim.» Eigentlich verfügt die 80-jährige Pfadi Chutze nicht nur über ein Heim, sondern über mehrere. Doch sowohl die Baracken Chutzenäscht 1 und 2 als auch die Heime Ritzele im Aarewald nahe der ARA in Münsingen sind nur noch begrenzt zu gebrauchen. Sie sind veraltet respektive sanierungsbedürftig. Wegen strenger Auflagen von Kanton und Gebäudeversicherung kann in den Heimen nicht mehr übernachtet werden, das verringert auch die Zusatzeinnahmen durch Vermietungen an Dritte. Investitionen sind gerade bei den Heimen Ritzele, die in einem Naturschutzgebiet stehen, schwierig.Neues Heim «kein Rolls-Royce»Dementsprechend gross ist der Wunsch nach einem neuen, würdigen Heim für die 800 Mitglieder starke Pfadi Chutze Aaretal. Doch: Wie kriegt ein Pfadiverein den dafür notwendigen Millionenbetrag zusammen? Die Kosten für das ausgearbeitete Neubauprojekt Schützenrüti neben der Tennishalle in Münsingen belaufen sich auf 1,3 Millionen Franken, die Vollkostenrechnung geht von 1,6 Millionen aus. Diese Summe ist stattlich, obwohl das Projekt gemäss Mühlemann «kein Rolls-Royce ist, sondern ein Vorhaben, bei dem man sich in der Planung auf das Minimum beschränkt hat» (siehe Fakten). Vergangene Woche hat der Regierungsrat aus dem Lotteriefonds 590000 Franken an das neue Pfadiheim gesprochen. «Damit ist die Finanzierung gesichert», sagt Präsident Mühlemann erleichtert.Käse, Wurst und ShampooDoch rechne: Rund 700000 Franken musste der Pfadiverein selber auftreiben – ein grosser Effort. Getreu dem Motto «Kleinvieh macht auch Mist» sammelte die Pfadi Chutze Beträge jeder Grösse. «Ich habe mich über jeden einzelnen Franken gefreut», sagt Mühlemann. Verschiedene Gemeinden aus dem Einzugsgebiet der Pfadi spendeten zwischen 500 und 12000 Franken, Münsingen will ein Darlehen zu günstigen Konditionen geben, von mehreren Privaten wurden zinslose Darlehen gewährt. Die Spar+Leihkasse Münsingen leistete eine Schenkung und gewährte eine zinsarme Hypothek. Private Sponsoren trugen zwischen 20 und 20000 Franken bei.Doch die Aaretaler Pfadfinderinnen und Pfadfinder waren auch selber aktiv an der Geldbeschaffung beteiligt. So schrieb eine 20-jährige Leiterin selber ein Musical und führte dies mit Pfadikindern der 1. Stufe auf. In verschiedenen Läden im Aaretal wurden Pfadibrot, Pfadishampoo, Pfadikäse, Pfadiwurst und anderes mehr verkauft. Mit solchen Aktionen kamen mehrere Tausend Franken zusammen. Doch obwohl nun die 1,3 Millionen Franken beisammen sind, möchte Mühlemann die Sammel- und Spendenaktion noch nicht für beendet erklären. «Je mehr Eigenkapital wir zusammenbekommen, umso tiefer sind die Hypotheken und damit die Betriebskosten.»Eröffnung Ende JahrDas Baugesuch ist eingereicht. Doch weil wegen des benachbarten Reitvereins noch eine Änderung in der Erschliessung nötig ist, ist das Gesuch noch nicht bewilligt. Dieser Schritt sollte aber nur noch Formsache sein. Segnet die Hauptversammlung der Pfadi Chutze Aaretal am 3. März das Investitions- und das Betriebsbudget ab, «dann wollen wir am nächsten Tag mit Bauen beginnen», sagt Mühlemann. Eröffnung soll bereits Ende dieses Jahres sein. Der Präsident freut sich schon: «Dann haben wir endlich wieder ein richtiges Pfadihaus.»>

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