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Alter Bekannter wird Präsident

Aller guten Dinge sind zwei: Wie bereits vor vier Jahren wird Bruno Schröter Ostermundiger Parlamentspräsident. Der EVP-Mann will sich für faire Voten und effiziente Sitzungen einsetzen. Neben der Politik soll genügend Zeit für das Fischen bleiben.

«Ich wusste ja, wie man so ein Parlament führt, also habe ich mich noch einmal zu Verfügung gestellt», sagt Bruno Schröter (evp). Gestern wurde der 51-Jährige einstimmig zum Ostermundiger Parlamentspräsidenten gewählt – bereits zum zweiten Mal nach 2005. Es sei zwar unüblich, dass jemand das Parlament gleich zweimal leite, «aber überhaupt nicht verboten», sagt Schröter. In Ostermundigen gelte das Gesetz, dass die drei grossen Parteien SP, SVP und FDP abwechslungsweise den Präsidenten oder die Präsidentin stellten. Alle vier Jahre kommen dann die kleineren Parteien zum Zug. Eigentlich wären heuer die CVP oder das Forum an der Reihe gewesen, diese hätten aber verzichtet. «Doch wir beharrten auf dem Anspruch der kleinen Parteien», sagt der EVP-Mann. So kam es, dass Schröters Partei ihn vor zwei Jahren erneut als Kandidaten vorschlug. Dies habe im Parlament zu teils heftigen Diskussionen geführt, erzählt er. «Doch schliesslich waren alle froh, dass es einer macht.» Da sich die Kräfteverhältnissse bei den Wahlen im vergangenen November verschoben haben, müsse das System sowieso überdacht werden.Bestimmt, aber mit HumorSchröter, der seit 2001 im Parlament sitzt, will den Rat im gleichen Stil führen, wie er es vor vier Jahren getan hat – bestimmt, aber stets mit einer Portion Humor. Es sei ihm wichtig, dass die Parlamentsmitglieder ihre Diskussionen sachlich und fair führten und ihre Voten möglichst klar und vor allem kurz hielten. «Sonst werde ich wohl oder übel auf die Redezeitbeschränkung zurückgreifen müssen.» Vor vier Jahren habe er seine Ratskolleginnen und -kollegen in den Sitzungen jeweils mit einem Gag überrascht. Einmal habe er Kräuterbonbons für eine deutliche Stimme verteilt, in der Juli-Sitzung schenkte er den Ratsmitgliedern Sonnencreme, damit diese für die Ferien gewappnet waren. Er sei schon mehrfach gefragt worden, was er 2009 mitbringen werde. Er stehe nun unter Druck: «Ich bin ständig am Hirnen, wie ich das Parlament heuer überraschen kann.»Genügend Zeit fürs FischenDas kommende Präsidialjahr bringe viel Arbeit mit sich. Es sei ihm aber sehr wichtig, dass seine Leidenschaft, das Fischen, in dieser Zeit nicht zu kurz komme. Wann immer es der EVP-Politiker einrichten kann, ist er auf dem Bielersee anzutreffen – «und zwar Sommer und Winter». Auch seine Arbeit dürfe nicht zu kurz kommen. Der gelernte Schreiner arbeitet seit über zwanzig Jahren als Verkaufsberater im Aussendienst bei der Firma SFS Unimarket. Anfang der 1980er Jahre war Schröter während zwei Jahren für Terre des Hommes Entwicklungshelfer in Sri Lanka. Dort lernte er auch seine Frau, eine Koreanerin, kennen, die für eine deutsche Kleiderfirma arbeitete. Nach Ausbruch des Bürgerkriegs mussten sie das Land verlassen – «die Regierung hatte mich damals zur Persona non grata erklärt». Zurück in Ostermundigen, kam schon bald die heute 24-jährige Tochter, vier Jahre später der Sohn zur Welt. Ein Jahr ohne VorstösseSchröter hat schon viel von der Welt gesehen, aber am wohlsten fühlt er sich nach wie vor in Ostermundigen. Hier ist er aufgewachsen, hier will er auch bleiben. Erst im vergangenen Jahr hat er für sich und seine Familie am Dennigkofenweg ein Haus gekauft. Ostermundigen sei eine attraktive Gemeinde, «hier gibt es fast alles». Neben zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten gebe es in der Gemeinde ein reges Vereinsleben. Und wem das nicht genüge, der sei schnell im benachbarten Bern. Was würde er in Ostermundigen verändern? «Ach, ich hätte da schon die eine oder andere Idee», sagt Schröter. Doch das Einreichen von Vorstössen überlasse er in diesem Jahr getrost seinen Ratskolleginnen und -kollegen.>

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