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Abstimmungskrimi im Kinderparlament

Vier Kinder kämpften dafür, dass der Zirkus Wunderplunder nächstes Jahr im Holenacker auftreten wird. Erst nach einem veritablen Abstimmungskrimi wurde ihr Antrag vom Kinderparlament der Stadt Bern gutgeheissen.

Kapuzenpullover und Haarreifen statt Anzüge und Krawatten: Gestern Nachmittag tagte das Kinderparlament der Stadt Bern im Rathaus. Für Yangchen Lama (12), Andrea Antonaci (13), Maik Schneider (12) und Tatjana Michelle Jost (12) eine gute Möglichkeit, um Geld für ein Anliegen zu sammeln, das ihnen am Herzen liegt: Die vier Kinder wollen, dass der Zirkus Wunderplunder in der ersten Woche der Herbstferien 2010 im Holenacker auftritt. «Als ich vor fünf Jahren selber den Zirkus besucht habe, hat es mir mega gefallen. Es wäre cool, wenn die Kleinen das auch erleben dürften», erklärte Tatjana Michelle Jost den Kinderparlamentariern. Das Viererteam warb um einen Kredit von 2400 Franken.

Auf Umwegen zum Erfolg

Die Abstimmung entwickelte sich in der Folge zu einem veritablen Krimi: In einem ersten Anlauf wurde der Kredit mit 27 zu 26 Nein-Stimmen bei 4 Enthaltungen abgelehnt. Da offenbar einige Parlamentarier in der Hitze des Gefechts bei der Abstimmung den falschen Knopf gedrückt hatten, liess das Ratspräsidium über ein Rückkommen abstimmen. Die Kinder sprachen sich darauf mit 32 zu 23 Stimmen bei einer Enthaltung für eine Wiederholung der Abstimmung aus. Im zweiten Anlauf wurde der Kredit schliesslich mit 32 zu 22 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen angenommen. «Ich war mega nervös, als der Kredit abgelehnt wurde, aber jetzt bin ich extrem erleichtert», sagte Tatjana Michelle Jost.

Im Zirkus Wunderplunder studieren Kinder ab sechs Jahren ein eigenes Zirkusprogramm ein, das sie am Ende der Woche vorführen. «Wir möchten für die Kinder eine eigene Welt gestalten, in die sie eintauchen können», sagte Zirkusmitarbeiter Nikolas Stocker auf Anfrage. Gemäss Stocker steht das Programm des Zirkus explizit auch körperlich und geistig behinderten Kindern offen.

Die Arbeit geht weiter

Den Anstoss, um den Zirkus Wunderplunder in den Holenacker zu holen, gaben Maya Hugi, Leiterin der Tagesstätte für Schulkinder Brünnen-Gäbelbach, und Marco Hort von der Vereinigung für Beratung, Integrationshilfe und Gemeinwesenarbeit. In der Tagesstätte fanden sie bei den vier Kindern schnell Gehör: «Zusammen mit Frau Hugi haben wir einen Brief ans Kinderparlament geschrieben und am Mittwoch unsere Rede vor dem Parlament geprobt», erklärt Yangchen Lama die weitere Organisation des Vorhabens.

Mit der Zusage aus dem Kinderparlament ist die Arbeit für Maya Hugi noch lange nicht beendet. Weitere Sponsoren wie etwa die Migros oder die Quartiervereine sollen noch angefragt werden. Ziel ist es gemäss Hugi, so viel Geld zu sammeln, dass die Eltern nur noch ungefähr 20 Franken pro Kind zahlen müssen. Maya Hugi ist überzeugt, dass sich der Einsatz für das Projekt lohnen wird: «Dieser Zirkus verschafft den Kindern eine einzigartige Erinnerung, die ihnen ewig bleiben wird.»

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