Naturhistorisches Museum

«Es war einmal ein Fink»

Heute jährt sich der Geburtstag von Charles Darwin zum 200. Mal. Das Naturhistorische Museum erklärt in einer Ausstellung die zentralen Begriffe seiner Evolutionstheorie.

Selektion in der Tierzucht: Ein Mitarbeiter platziert in der Ausstellung Skelette eines kleinen und eines grossen Hundes. (zvg)

Selektion in der Tierzucht: Ein Mitarbeiter platziert in der Ausstellung Skelette eines kleinen und eines grossen Hundes. (zvg)

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Wie konnte der Buchfink blau werden, und warum trägt der Pfau ein so üppiges Federkleid? Diesen Fragen geht das Naturhistorische Museum in der Sonderausstellung «Es war einmal ein Fink – 150 Jahre Evolutionstheorie» nach. «Darwins Doppeljubiläum – sein 200. Geburtstag und die Publikation seines Werkes ,Die Entstehung der Arten‘ vor 150 Jahren – wollten wir mit einer Ausstellung feiern», sagt Marcel Güntert, Direktor des Naturhistorischen Museums der Burgergemeinde Bern. Vom 12. Februar bis zum 31. Oktober können Besucherinnen und Besucher mehr zu den wesentlichen Aussagen von Darwins Evolutionstheorie erfahren. Dabei sollen auch für Laien Begriffe wie Mutation, Variation und Selektion keine Fremdwörter bleiben.

Darwins blaue Augen als Beispiel

Zahlreiche Präparate und Informationstafeln begleiten den Gang durch die Ausstellung. Anhand von Beispielen wird begreiflich, was sich hinter den abstrakten Begriffen der Evolutionstheorie verbirgt. So lernt der Besucher, dass blaue Augen vor ungefähr 6000 Jahren durch eine Mutation, einen einmaligen Fehler beim Kopieren der Erbinformation, entstanden. Menschen mit blauen Augen seien miteinander verwandt, erklärt Mandana Roozpeikar, Mitglied der Projektgruppe. Mit einem Augenzwinkern fügt sie bei: «Auch Charles Darwin hatte blaue Augen.»

Ist der Begriff der Mutation einmal verstanden, so stellen sich sogleich neue Fragen: Wie kommt es, dass es verschiedenfarbige Orchideen gibt, und weshalb überleben manche Tierarten, während andere aussterben? Auch auf diese Fragen hält die Ausstellung eine wissenschaftliche Antwort bereit.

Blaufink als Namensgeber

Nebst vielen anderen Tierarten, sind im Museum auch die berühmten Darwinfinken zu bewundern. Die Namensgeber der Ausstellung sind sie aber nicht. Der Titel – «Es war einmal ein Fink» – spielt vielmehr auf die Blaufinken an. Ihre Entstehungsgeschichte steht im Mittelpunkt der Schau. In einem Film erklärt der Schauspieler Uwe Schönbeck als Hausmeister Winterbeck humorvoll, wie aus dem europäischen Buchfink auf den kanarischen Inseln eine neue Vogelart, der Blaufink, entstanden ist – durch eine lange Trennung. Und zwei verschiedene Arten könnten sich nicht mehr miteinander fortpflanzen. «Oder haben Sie schon einmal etwas von einem Paparaffen gehört?», fragt der Hausmeister im Film. Die Antwort gibt er sogleich selbt: «Ein solches Durcheinander geht nicht.»

Kein Fachidiot

«Die Ausstellung soll nicht Darwins Biografie thematisieren», erklärt Güntert. Dennoch weist das Museum am Schluss der Ausstellung mit einer Collage darauf hin, dass Darwin keinesfalls ein «Fachidiot» war. Im Zentrum des Bildes befindet sich der bärtige Wissenschafter, der «sein Süppchen des Wissens kocht». Daneben erfahren die Besucher mehr über seine Ausbildung und seine Reisen. Zudem habe Darwin in seinem Leben 210 Artikel, 39 Bücher und 5000 Briefe verfasst.

Wissenschaft und Glaube

Nicht nur wissenschaftliche Aspekte finden in der Ausstellung ihren Platz. In einem separaten Raum wird durch Videobotschaften ein «Gespräch» zwischen bibelgläubigen Kreationisten und Evolutionsbiologen ermöglicht. Das vom «Museum.BL» in Liestal produzierte Arena-Gespräch montiert die Positionen zu einem Dialog. Sowohl Evolutionsbiologen als auch «fanatische Gläubige», wie es im Pressetext heisst, kommen dabei zu Wort. (Der Bund)

Erstellt: 12.02.2009, 09:25 Uhr

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