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Regierung will Richtermodell

JUSTIZREFORM In der Debatte um die Jugendgerichtsbarkeit tat sich in der Aprilsession der «Röstigraben» auf: Der Grosse Rat sprach sich klar (und gegen den Antrag der Regierung) für das in der Deutschschweiz verbreitete Jugendanwaltsmodell aus. Die französischsprachigen Grossräte aber votierten in einer von ihnen verlangten «separaten Abstimmung» für das Jugendrichtermodell, das in der Romandie gebräuchlich ist und heute im Kanton Bern gilt. Die Modellwahl blieb daher offen. Der Regierungsrat hält nun für die zweite Lesung an seinem Antrag für das Jugendrichtermodell fest, wie er gestern mitteilte. Das Modell habe sich bewährt, sagte Justizdirektor Christoph Neuhaus auf Anfrage. Zudem bleibe so die Möglichkeit eines interjurassischen Jugendgerichts offen. Eine klare Absage erteilt die Regierung der Kompromissidee eines Mischmodells: Im französischsprachigen Teil des Kantons könnte demnach das Jugendrichtermodell bleiben, nur im deutschsprachigen Teil würde das Jugendanwaltsmodell eingeführt. «Zu komplizierte Strukturen», findet die Regierung. Im Richtermodell hat der Jugendgerichtspräsident als untersuchender und urteilender Richter eine starke Stellung. Im Anwaltsmodell ist es der Jugendanwalt, der untersucht und Anklage erhebt, der Jugendrichter fällt das Urteil. (sw) >

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