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Wickys Rücktritt mit 31 Jahren

Raphael Wicky bestritt 75 Länderspiele und wollte seine Karriere in den USA verlängern. Verletzungsbedingt tritt er per sofort zurück.

Auf seiner Homepage bot Raphael Wicky unlängst an, Fans Red und Antwort zu stehen. Einer fragte: «Kann es sein, dass du irgendwann in die Schweiz zurückkehrst und Fussball spielst?» Wicky schrieb ihm am 25. Februar: «Nein, eher nicht. Ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre spielen und dann meine Karriere hier in den USA beenden kann.»Sechs Tage später verkündete er auf seiner Internetseite, dass er einen Schlussstrich zieht. Im Klartext: Raphael Wicky hat seine Karriere per sofort beendet. «Mein Körper macht nicht mehr mit, deshalb habe ich mich entschieden, vom Spitzensport zurückzutreten.» Am 26.April wird Wicky erst 32, aber an eine Fortsetzung der Laufbahn ist nicht zu denken. Waden- und Rückenprobleme zwangen ihn wiederholt zu Pausen, nun kam eine Knöchelblessur hinzu. Das alles drängte ihn zum Entscheid, einen Schlussstrich zu ziehen.Stammspieler in BundesligaHinter sich hat der Walliser, der mit dem FC Sion neben einem Meistertitel (1997) drei Cupsiege feierte (1995–1997), erfolgreiche Jahre als Profi. Als 16-Jähriger gab er seinen Einstand in der damaligen Nationalliga A, mit 17 bekam er sein erstes Aufgebot für die Nationalmannschaft. 1997 wechselte er in die Bundesliga zu Werder Bremen und blieb bis Ende Dezember 2000 in Norddeutschland. Wicky brauchte keine Angewöhnungszeit. Er schaffte es in Bremen zum Stammspieler. Nach einem zwölfmonatigen Engagement bei Atletico Madrid (11 Einsätze) kehrte er in die Bundesliga zurück. Fünfeinhalb Saisons verbrachte er beim HSV und war auch in dieser Zeit eine zuverlässige Kraft. Im Sommer 2007 kehrte er dorthin zurück, wo er einst seine Profilaufbahn lancierte hatte: Sion verpflichtete ihn, und Wicky wurde gleich Captain. Allerdings dauerte diese Zeit nur sechs Monate. Zu Beginn des Jahres verabschiedete sich Wicky Richtung Amerika. Er unterschrieb in Los Angeles bei Chivas einen Vertrag und hoffte, sich in der Ferne für eine Teilnahme an der Euro 2008 zu empfehlen. Allerdings hatte der Schweizer Allrounder ständig mit Verletzungen zu kämpfen und zog nun die Konsequenzen. Wicky geht mit 75 Länderspielen in die Geschichte ein, die er zwischen 1996 und 2006 absolvierte. Grosse Turniere erlebte Wicky drei: 1996 die Euro in England (als jüngster Spieler des Turniers), 2004 die Euro in Portugal und 2006 die WM in Deutschland.Bedauern von Alex Frei«Mit seinem Rücktritt geht die Karriere eines grossen Spielers zu Ende», sagt Alex Frei. «Er war zwar torungefährlich, wie er sich selber immer bezeichnet hat. Aber er war als Teamkollege ein hervorragender Typ und die Zuverlässigkeit in Person. Von dieser Sorte Fussballer gibt es leider nicht mehr viele.»Peter M. Birrer>

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