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Von Stars und Statisten

Martin Lauer erzählt von seinem Leben als Sportler und seinem jahrelangen Kampf gegen einen Versicherungskonzern.

Mit welchen Gefühlen erinnern Sie sich an den 7.Juli 1959?Martin Lauer: Ach, ich will da nicht nachträglich grosse Emotionen hineinpacken. Ich war in Topform und traf im Zürcher Letzigrund optimale Verhältnisse an. Die Chance für einen Weltrekord über 110 Meter Hürden war da, und ich habe sie gepackt. Dass so automatisch die Bestmarke über 120 Yard und eine Dreiviertelstunde später auch noch jene über 200 Meter Hürden fielen, machte das Ganze noch schöner.Wie reagierte Ihre Umgebung auf den Erfolg?An der Universität wurde ich mit Missgunst konfrontiert. ‹Hoffentlich sind Sie in Strömungsmechanik auch so gut wie im Hürdenlauf›, sagte ein Professor spitz zu mir. Schon zuvor waren mir auch Mitschüler neidisch begegnet.Wurden Sie dadurch zum Einzelgänger?Jedenfalls achtete ich auf eine gewisse Unabhängigkeit, zum Beispiel gegenüber Sportreportern und Verbandsfunktionären. Weil ich meine Meinung immer ungeschminkt sagte, hiess es bald, ich sei arrogant. Ich wehre mich nicht dagegen und lege bloss auf eines Wert: Ich bin kein krummer Hund!Sie hätten es nicht leicht in der heutigen MedienweltAch, heute wird ja jeder Pipi-sportler zum Star emporgejubelt, das ist doch lächerlich. Die Provinz wird zur Welt gemacht und dadurch mancher Sportler zum Star, obwohl er auf der grossen Bühne bloss ein Statist ist.Ihre Karriere wurde nach kaum fünf Jahren brutal durch medizinischen Pfusch gestoppt – hat Sie das bitter gemacht?Ja. Mir wurde die Chance zu einer viel längeren Karriere geraubt. Und dann kostete mich der acht Jahre dauernde Kampf gegen einen Versicherungskonzern meine ganze Kraft und mein ganzes Geld. Diese Typen machten mich mit allen Mitteln nieder, um so wenig wie möglich zahlen zu müssen.Vor diesem Hintergrund war die Karriere als Country- und Schlagersänger ein Glücksfall – aber da rümpften gewisse Leute über «Schnulzen» die NaseDas kratzt mich nicht. Ich bin von Haus aus ein Musikus und betätigte mich damals aus zwei Gründen als Sänger: Es machte Spass und brachte dringend benötigtes Geld ein. Ich bin nie mit dem Anspruch angetreten, Kulturgeschichte schreiben zu wollen. Meine Lieder sind auf sechs Millionen Tonträgern zu finden – da verträgt es auch ein paar Nasenrümpfer. Interview: eko>

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