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Svindals Rückkehr, Pärsons Taucher

Noch ist die Ski-WM nicht vorbei, noch stehen die Slaloms aus. Trotzdem lassen sich bereits Gewinner und Verlierer ausmachen. Der gestrige Sieger Carlo Janka fehlt in der folgenden Übersicht; ihm ist der Artikel auf Seite 15 gewidmet. Die GewinnerDidier Cuche: Aus dem knorrigen, verbissenen Eigenbrötler ist ein weltoffener Sympathieträger geworden, dessen Klasse auch abseits der Piste zum Ausdruck kommt. Die Face de Bellevarde bot dem Neuenburger die Chance, im Herbst seiner Karriere die lang ersehnte Goldmedaille zu gewinnen. Er hat sie auf eindrückliche Weise genutzt, die Super-G-Konkurrenten in den Schatten gestellt und sich den Triumph mit Edelmetall in der Abfahrt versüsst.Lara Gut: Dank der Tessinerin schien selbst in der savoyardischen Waschküche die Sonne. Gewinnt eine 17-Jährige zwei Silbermedaillen, kommt das einer unglaublichen Ausbeute gleich – obwohl noch mehr möglich gewesen wäre, hätte sie die Magen-Darm-Grippe nicht geschwächt. Ähnlich wie Didier Cuche fand das Multitalent in der Face de Solaise die optimale Basis vor, um ihren Medaillentraum zu verwirklichen.Lindsey Vonn: Dreimal angetreten, zweimal gewonnen, der Ausfall im Kombinationsslalom beschert der Amerikanerin hilfreichen Bodenkontakt – getreu der Aussage von FIS-Präsident Gian-Franco Kasper, zum Star werde nur, wer auch einmal verliere. Sollte sie heute im Slalom trotz verletztem Daumen antreten und das Podest verfehlen, würde das ihre Darbietung nicht schmälern. Einziger Klecks in ihrem Reinheft ist die Zusammenarbeit mit Red-Bull-Leistungsdiagnostiker Bernd Pansold, der zwischen 1968 und 1990 als leitender Arzt des SC Dynamo Berlin in das DDR-Staatsplanthema 14.25 («Leistungssteigerung mit unterstützenden Mitteln») verstrickt war.Aksel Svindal: Die Geschichte des sympathischen Norwegers wird Daniel Albrecht Auftrieb verleihen. Am 27.November 2007 hatte er sich bei seinem schweren Sturz in Beaver Creek einen Jochbeinbruch, tiefe Schnittwunden im Gesässbereich und einen Nasenbeinbruch zugezogen, am letzten Montag hat er Albrechts Nachfolge als Kombinationsweltmeister angetreten. «Wenn man wochenlang im Spital liegt, weiss man, dass es ernst ist. Und dann nimmt man sich auch die Zeit, die man benötigt», sagte der 26-Jährige nach dem Goldmedaillengewinn zu seiner Rückkehr an die Weltspitze.Die VerliererBode Miller: Er selbst betrachtet sich – im Fall der Abfahrt nicht zu Unrecht – als Opfer der äusseren Bedingungen, nicht als Verlierer. Im Kombinationsslalom mit dosiertem Risiko eine Medaille einzuheimsen, möglicherweise gar die goldene, war für den Freigeist aus New Hampshire keine Alternative. Skifahren sei für ihn nicht Bremsen, meinte der 31-Jährige. Im morgigen Slalom bietet sich dem talentiertesten Skifahrer der Gegenwart die letzte Chance, nicht zum zweiten Mal in Folge leer auszugehen.Anja Pärson: Vor zwei Jahren war das schwedische Kraftpaket zu Hause in Abfahrt, Super-G und Super-Kombination Weltmeisterin geworden, in Val d’Isère ist der zwölfte Rang in der Abfahrt bisher das höchste der Gefühle gewesen. Die erfolgreichste Skifahrerin der letzten Jahre war in den engen Kurven der Face de Solaise im falschen Film. Es ist nicht anzunehmen, dass es im heutigen Slalom zu einem Happyend kommen wird. Didier Défago: Nach den phänomenalen Darbietungen in Wengen und Kitzbühel hatten viele geglaubt, der Walliser habe sich vom Platz- zum Siegfahrer entwickelt. In Val d’Isère zeigte er das altbekannte Défago-Gesicht: Der 31-Jährige war schnell, blieb aber nie fehlerfrei.Toni Giger: Benjamin Raich hat seinen Chef mit dem Silbermedaillengewinn im Riesenslalom vorerst aus der Schusslinie genommen. Die Kritik am Männertrainer dürfte aber selbst im Fall eines österreichischen Slalomtriumphs nicht verhallen – zu schwer wiegt die Enttäuschung über den schwachen Auftritt in den schnellen Disziplinen.Micha Jegge, Val d’Isère>

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