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Nicht überall die gleiche Gewissheit

Nach dem 1:1 der Schweiz gegen Bulgarien hat Trainer Ottmar Hitzfeld den Gegner gelobt. Er sprach über die Leistung des Teams, sagte, was er von Gökhan Inler erwartet, und äusserte sich zu den

Verwöhnen wolle das Schweizer Nationalteam das Publikum in Genf, hatte Trainer Ottmar Hitzfeld vor dem Testspiel gegen Bulgarien gesagt. Mit dem 1:1 geriet der Start der Auswahl ins Länderspieljahr 2009 am Mittwochabend jedoch etwas gar holprig. Entsprechend kritisch fielen die Reaktionen aus: Das Publikum im Stade de Genève pfiff, und die Medien fanden am Tag danach wenig Positives am Schweizer Auftritt. Als Hitzfeld am Donnerstag im Genfer Hotel Intercontinental noch einmal zum Spiel Stellung nahm, war für ihn zwar lange nicht alles gut gewesen, was sein Team am Tag zuvor gezeigt hatte. Der Nationaltrainer beurteilte die Leistung seines Teams aber nicht so harsch, wie das die Öffentlichkeit getan hatte: «Bulgarien trat erwartet stark auf. Für die gegnerischen Spieler stand nach dem 1:6 gegen Serbien und dem darauffolgenden Trainerwechsel mehr auf dem Spiel als für uns.» Sein Team habe dennoch die richtige Einstellung zum Spiel gefunden: «Kämpferisch war die Leistung in Ordnung, und die Laufbereitschaft stimmte.» Dem Coach war aber nicht verborgen geblieben, «dass wir unser Können nur in den ersten 20 Minuten ausspielten». Danach hätten die Bulgaren die Schweizer zu viel Abwehrarbeit gezwungen, das habe dazu geführt, dass für Offensivaktionen zeitweise die Luft gefehlt habe.Inler als Kopf des TeamsFür Hitzfeld ist der Kaltstart in Genf auch auf die Situation mehrerer Spieler in ihren Klubs zurückzuführen. «Senderos war anzumerken, dass er diese Saison noch nicht oft gespielt hat. Für Huggel hat die Rückrunde eben erst begonnen, und Gökhan Inler ging mit Udinese zuletzt durch eine schwierige Phase.» Gerade Inler hatte gegen Bulgarien im zentralen Mittelfeld ungewohnt fahrig und zweikampfschwach gewirkt. Hitzfeld attestierte ihm eine «durchzogene Leistung». Dennoch steht für ihn ausser Frage, welche Rolle er für den Solothurner vorgesehen hat: «Inler soll der Kopf unseres Teams sein. Er ist noch jung und wird in diese Position hineinwachsen.» Inler darf also davon ausgehen, Ende März, im WM-Qualifikationsspiel gegen Moldawien, wieder aufzulaufen.Nicht in jedem Mannschaftsteil besteht für den Coach die gleiche Gewissheit wie im zentralen Mittelfeld – er selber spricht von «einigen Baustellen». Das gilt besonders für die Abwehr. Zwar bringt Hitzfeld Stéphane Grichting viel Vertrauen entgegen. Die Suche nach dem idealen Partner für den Walliser in der Innenverteidigung ist selbst für einen Trainer mit seiner Erfahrung nicht einfach. Daran ändert auch die Rückkehr von Philippe Senderos ins Nationalteam nichts. Denn diesem droht in Mailand in den nächsten Wochen wieder die Reservistenrolle. Alessandro Nesta und Kacha Kaladse stehen bei der AC Milan nach langer Verletzungspause vor dem Comeback. Und wer nicht regelmässig spielt, erhält von Hitzfeld bekanntlich kein Aufgebot. Johann Djourou verfügt bei Arsenal ebenfalls über keine Einsatzgarantie. Auch deshalb macht sich Hitzfeld offen Gedanken über die Berufung von Patrick Müller.Gespräch mit TeamleadernIn knapp sechs Wochen trifft die Schweiz zwei Mal innerhalb von fünf Tagen auf Moldawien. «Wir bereiten jede dieser Partien einzeln vor», sagt Hitzfeld. Für das Auswärtsspiel am 28.März würden andere Voraussetzungen gelten als für die Begegnung in Genf am 1.April. Mit den Teamleadern will Hitzfeld im Vorfeld des Spiels in Moldawiens Hauptstadt in Chisinau Einzelgespräche führen. «Damit alle genau wissen, was sie gegen diesen Gegner erwartet.»Alexander Wäfler >

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