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Mit Krueger nach Vancouver

Ralph Krueger (49) ist in seinem Amt als Trainer

Ralph Krueger wird die Schweizer Nationalmannschaft auch an die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver führen. Der nach dem enttäuschenden Abschneiden an der Heim-WM in die Kritik geratene Coach wurde für das nächste grosse Turnier in seinem Amt bestätigt. Gleichzeitig kündigte Philippe Gaydoul, der neue Präsident von Swiss Ice Hockey, aber das Ende der «Ära Krueger» an: Der Vertrag mit dem 49-jährigen Deutsch-Kanadier werde nach der WM 2010 nicht mehr verlängert. Und auch ein Abgang vor dem Turnier in Deutschland scheint möglich. Denn will Krueger die Mannschaft an der nächsten WM noch betreuen, muss er in Vancouver mit seinem Team mindestens den 8.Rang belegen. Dieses Ziel habe der Verwaltungsrat im Bewusstsein des olympischen Modus’ mit unmissverständlicher Deutlichkeit gesetzt. «Meine Kollegen und ich vom Verwaltungsrat sind überzeugt, dass aus sportlicher Sicht kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht, und dass Ralph Krueger zusammen mit seinem Team die ihm vorgegebenen Ziele erreichen kann», begründete Philippe Gaydoul den gemäss Communiqué vom Verwaltungsrat einstimmig gefällten Entscheid, an Krueger festzuhalten. Rang 8 und weitere AuflagenNebst dem 8.Rang an Olympia wurden dem Nationaltrainer weitere Auflagen gemacht. «Die Vorgabe mit Platz 8 ist das eine», so Gaydoul, «wir erwarten von Krueger aber auch, dass sich bis dahin die Zusammenarbeit zwischen ihm und den Verantwortlichen des Verbandes anders als bisher präsentiert». Präzisere Angaben wollte der Denner-CEO nicht machen. Er sagte aber klar: «Spätestens nach der WM wird jemand anderes an der Bande stehen.» Denn im selben Communiqué, in dem der Verband seinen Trainer bestätigte, gab er auch gleich das Profil von Kruegers Nachfolger bekannt: Der neue Nationaltrainer soll seinen Job wie bisher im Vollamt ausführen und zusätzlich auch die Verantwortung über die U20-Auswahl, die derzeit von Kruegers Assistenten Jakob Kölliker betreut wird, tragen. «Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen», sagte Gaydoul. Nach den verpassten Zielen an der Heim-WM wurde von diversen Seiten die Entlassung Kruegers gefordert. Unmittelbar nach seinem Amtsantritt Anfang Juni hatte zudem auch Gaydoul den Trainer via Medien angegriffen und ihm eine «katastrophale Kommunikation» vorgeworfen. Drei Wochen später fällten Gaydoul und seine Crew den trotz allem nicht unerwarteten Entscheid, den Weg zumindest bis Olympia mit Krueger weiterzugehen. Das schlechte Abschneiden an der Heim-WM hätte diesen Entscheid nicht vereinfacht. «Aber wir konnten uns nicht nur darauf abstützen, so Gaydoul. Der neue Präsident räumte ein, dass wirtschaftliche Gründe «selbstverständlich auch Teil der Überlegungen» gewesen seien. Kruegers Vertrag ist sehr gut dotiert; eine vorzeitige Entlassung hätte Swiss Ice Hockey eine schöne Stange Geld gekostet. Obwohl Krueger in den letzten Jahren sowohl intern als auch extern immer wieder mit Widerständen zu kämpfen hatte, etablierte er das Schweizer Nationalteam in den letzten 12 Jahren seit seinem Amtsantritt 1997 in der A-Gruppe. Unter Krueger erreichte die Schweiz acht von zwölf Mal die Viertelfinals. Allerdings gelang dem Team nach Kruegers erstem Titelkampf (4.) auch nie mehr der Vorstoss in die Halbfinals. Seit gestern Nachmittag also ist das Ende der «Ära Krueger» beschlossene Sache. Sandro Mühlebach>

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