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Wie sieht bei Ihnen ein normaler WM-Tagesablauf aus?Larry Huras: Ich teile die Tage zwischen dem Westschweizer Radio, für das ich als Co-Kommentator im Einsatz stehe, und dem SC Bern auf. Am Morgen treffe ich mich jeweils mit SCB-Spielern oder Betreuern. Die WM bietet mir die Chance, viele Kontakte zu pflegen, interessante Spieler zu sehen, Trainings und Systeme zu analysieren.Wie hat Ihnen das Schweizer Team bisher gefallen?Ich glaube, Ralph Krueger hat gegen die schwächeren die richtige Taktik gewählt. Wenn man angreift und aggressiv spielt, fällt der Stress eher weg.Gegen Russland spielte die Schweiz verblüffend, verlor aber dennoch.Auch gegen den grossen Favoriten war die Taktik richtig: Die Schweiz hat ohne Komplexe und mit viel Selbstvertrauen gespielt.Nehmen Sie die SCB-Nationalspieler besonders unter die Lupe?Ja, natürlich, vor allem die Spieler, die ich noch nicht so gut kenne. Ivo Rüthemann und Martin Plüss kenne ich seit Jahren und weiss, dass sie gut sind. Auch von Thomas Ziegler wiess ich genau, was er kann. Interessant ist, Roman Josi und Philippe Furrer zu beobachten, ihre Stärken und Schwächen kennen zu lernen.Von Thomas Ziegler sagt man, in letzter Zeit habe er seine besten Spiele nie mit dem SCB, sondern im Nationalteam gezeigt.Es ist für ihn in den letzten zwei Jahren nicht optimal gelaufen im Klub. Aber ich bin sicher, er wird auch beim SCB wieder zu seiner früheren Form finden. Ralph Krueger gibt ihm viel Vertrauen, ich werde Ziegler ebenfalls viel Vertrauen geben. Ich hatte Ziegler seinerseits in Ambri, und er hat mich nie enttäuscht.Kommen wir zurück zu den Einzelgesprächen, die Sie mit den SCB-Spielern führen. Worum geht es in diesen Diskussionen?Mit Etienne Froidevaux, der im Prinzip seine erste Saison auf Profistufe absolviert hat, rede ich natürlich anders als mit Beat Gerber und Marc Reichert. Von den Routiniers will ich wissen, wo die Probleme des SCB in den letzten Jahren lagen, wo sie die Lösungen sehen. Das gibt dann tiefere Gespräche. Mit welchem Ergebnissen?Jeder Spieler hat seine Meinung. Aber ich bin noch nicht so weit, um die Schlüsse zu ziehen.Wie gehen Sie vor?Derzeit laufen die Gespräche mit den Schweizer Spielern, danach werde ich mich auch mit den Ausländern unterhalten.Und dann?Das werden wir sehen. Ich will so viele Informationen wie möglich. Dann folgt die Analyse, und dann stellen wir einen Plan auf. Es gibt Punkte, die ich mit meiner Grundphilosophie verbessern kann. Ich habe klare Vorstellungen, wie ein Team zu führen ist und wie wir spielen wollen. Wie lauten diese Vorstellungen?Unser erstes Ziel muss sein, eine richtige Mannschaft zu bauen. Ich spreche nicht von Talent, sondern von Teamgeist. Da müssen wir einen Schritt vorwärts kommen. Es gab in den letzten Jahren vielleicht den einen oder anderen Spieler, der zu viel an sich selber gedacht hat. Für jeden Spieler muss die zentrale Frage sein: Was kann ich dem Team geben? Und nicht: Was kann das Team mir geben?Konkret: Wird es noch Abgänge geben?Alles ist möglich. Aber ich kann dazu noch nichts sagen.Bringen Sie bei den SCB-Spielern aktuelle WM-Beispiele?Ja, Philippe Rytz habe ich gesagt, er solle schauen, wie sich Mark Streit verhält. Streits Augen sind immer in Bewegung und haben das ganze Spiel im Visier. So sieht er immer, wo die Gefahren liegen und wo die Möglichkeiten für einen öffnenden Pass. John Van Boxmeer war ein ausgezeichneter Verteidiger. Es ist kein Zufall, dass sich die SCB-Verteidiger sehr gut entwickelt haben. Ich war ebenfalls Abwehrspieler und möchte den Weg mit Josi, Rytz, Furrer und so weitergehen.Sie wollen so viele Informationen wie möglich. Haben Sie auch schon mit John Van Boxmeer gesprochen?Nein. Ich hätte kein Problem, mit ihm zu reden. Aber ich werde den Kontakt nicht aktiv suchen. Wie er über das Team denkt, weiss ich von Sven Leuenberger (der Sportchef, die Red.).Beim SCB gilt es, mindestens zwei Ausländerplätze neu zu besetzen. Servettes Byron Ritchie ist der Topkandidat.Ich möchte zunächst noch etwas zu Sébastien Bordeleau sagen. Er war lange Zeit in Bern und hat hier viele Fans. Auch ich bin ein Fan von ihm. Aber manchmal ist es besser, wenn man sich trennt. In seinem Fall kenne ich die Umstände nicht. Aber es ist wahrscheinlich auch für ihn besser, einen neuen Klub zu suchen. Bordeleau ist noch jung. Der Name Byron Ritchie……Er ist genau so ein Spieler, den wir suchen. Er hat einen starken Charakter und verfügt über Leaderqualitäten. Ich habe zweimal mit ihm gesprochen und hoffe, dass er sich bald für uns entscheidet. Viele sagen, Simon Gamache und Christian Dubé seien für den SCB nicht die richtigen Leader.Das habe ich auch schon gehört. Ich sage: Die beiden sollen nicht unser Problem sein, sondern Teil der Lösung. Ich frage mich, was sie von mir brauchen, und was ich von ihnen brauche. Mein Ziel ist es, alle einen Schritt weiter zu bringen – auch Dubé und Gamache.Die SCB-Fans erwarten von Ihnen, dass Sie für frischen Wind sorgen.Unsere Fans zeichnen sich durch hundertprozentiges Engagement aus. An einem Abend sitzen 16 000 Trainer im Stadion. Zwar verstehen nicht alle viel von Taktik. Aber alle haben ein Gespür dafür, ob die Mannschaft alles gibt oder nicht. Vom SCB kann man in jedem Spiel hundert Prozent Gas erwarten. Da bin ich ganz gleicher Meinung wie die Fans.Bei Schweiz - Russland feierten die Anhänger die Heimmannschaft, obwohl sie verlor.Die Fans waren zufrieden. Und sie hatten Recht. Ihre Reaktion auf die Niederlage war toll. So muss es sein, das Resultat sagt nicht immer alles.Wo sehen Sie Ihre Hauptaufgabe als WM-Kommentator am Radio?Geschichten der Spieler und Trainer sind für viele interessanter als taktische Dinge. Ich will schon erklären, was auf dem Eis passiert. Gleichzeitig aber auch für Spass und Unterhaltung sorgen.Sie sind bekannt dafür, dass locker vom Hocker zu berichten.Was soll daran falsch sein? Wir mussten bei einem Schweizer Spiel eine Werbeunterbrechung überbrücken, weil gar keine Werbung geschaltet war. Also entschloss ich mich kurzerhand, Werbung für meinen Kollegen Christophe Cerf zu machen. Ich sagte, alle 22- bis 35-jährigen Frauen könnten sich per Mail unter dem Stichwort «Ich brauche Dich» melden und ihm Annoncen machen. Christophe machte grosse Augen, ein paar Zuhörerinnen und Zuhörer fanden das lustig, und die Werbepause war überbrückt.Beim SCB staunen schon einige, wie locker der neue Trainer durch das Leben geht.Ich glaube, beim SCB ist in letzter Zeit nicht so viel gelacht worden, der Spassfaktor kam zu kurz. Nur schon durch meine Persönlichkeit werden wir mehr Spass haben. Natürlich: Das Wichtigste ist der Spass nach Siegen. Aber die Spieler sollen schon vorher gern in die Garderobe kommen. Jeder arbeitet besser, wenn er etwas gerne tut, zwischendurch einmal lacht und nicht zuviel an die reine Arbeit denkt.Lachen ist gesund.Genau. Wenn ich jemanden zum Lachen bringe, habe ich etwas erreicht. Das schaffen nicht alle. Aber jeder Idiot schafft es, jemanden zum Weinen zu bringen. Was bedeutet es Ihnen SCB-Trainer zu sein?Bern ist eine der besten Eishockey-Adressen in Europa und wird nun die beste in den nächsten Jahren (lacht laut). Ich bin stolz, hier zu sein, und ich glaube, dass einige NLA-Trainer nicht sehr grosse Freude habe, dass ich wieder zurück bin. Der SCB ist ein Siegerklub mit grosser Tradition und grossen Ambitionen. Das gefällt mir.Der SCB ist aber auch ein Verein mit grossem Nachholbedarf in Sachen Playoff-Erfolgen.Ich habe auf der Strasse sicher schon mit 100, nein, mit 200 SCB-Fans gesprochen. Alle haben Ideen und Vorstellungen. Sie möchten alle helfen.Sie gelten als volksnaher Trainer.Alle rufen mich: «Hey, Larry». Keiner sagt: «Herr Huras». Das finde ich schön und passt zu mir. Ich bin so, wie ich bin – und rede gern.Wer Ihnen kritisch begegnet, sagt, Sie seien ein Selbstdarsteller.Ich brauche es nicht, im Vordergrund zu stehen. Aber soll ich eine Interviewfrage ablehnen? Nein! Ich bin Trainer und habe klare Meinungen. Ich kann mir mein Leben ohne Emotionen und Leidenschaft nicht vorstellen. Schon gar nicht im Eishockey. Wenn der Schiedsrichter ein Spiel gut leitet, bin ich ruhig. Andernfalls kann ich auch laut werden. Das Team soll sich auch so verhalten und sich wehren, wenn es nötig ist.Nochmals: Spieler, die von Ihnen trainiert wurden, sagen, Sie suchten das Rampenlicht.Das stimmt nicht. Ich weiss genau, dass die Spieler die Spiele gewinnen und nicht der Trainer. Aber ich halte mich nicht zurück, wenn ich gefragt werde. Für die Medien bin ich sicher interessant, weil ich keine graue Maus bin, sondern die Sachen beim Namen nenne. Auch ich will meinen Spass haben.An der WM tanzten Sie einmal mit den Cheerleadern?Das würde ich nicht mehr machen. Das war vielleicht ein bisschen zu dumm. Aber es gab Leute, die sich gefreut haben.>

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