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«Ich schätze den vorzüglichen Schweizer Käse am Frühstücksbuffet»

Wir sind vier Leute von unserem Sender in Kloten. Wir wohnen während der WM in einem nahe gelegenen Hotel. Ich stehe um acht Uhr morgens auf. Vom Frühstücksbuffet schätze ich die Semmeln mit verschiedenen Sorten von vorzüglichem Schweizer Käse. Das war schon bei der letzten WM 1998 so. Dann bereite ich mich im Zimmer zwei Stunden lang auf das nächste Spiel vor. Ich studiere vor allem Statistiken, Einzelheiten über die Teams. Ich setze mich mit Funktionären des weissrussischen Teams in Verbindung, um die Trainerassistenten oder einzelne Spieler wie zum Beispiel Michail Grabowski in die abendliche Sendung einzuladen. Mit dem Center der Toronto Maple Leafs arbeiten wir seit 2005 zusammen. Und während des Spiels der Kanadier gegen die Slowakei war der ehemalige Klotener Trainer Wladimir Jursinow unser Gast. Nach Mittag gehe ich zu Fuss in die Halle, um dort mit Kollegen aus andern Ländern zu diskutieren, Neuigkeiten aus andern Mannschaften zu erfahren und mich über die richtige Aussprache der Namen des nächsten Gegners zu informieren. Ich kommentiere in den beiden Landessprachen Russisch und Weissrussisch. Eishockey hat in den letzten Jahren bei uns immer mehr Platz im TV erhalten. Ein Grund dafür ist unsere Kandidatur für die WM 2014. Beim TV arbeite ich seit 1981 mit den Schwergewichten Fussball und Eishockey. 1990, als es die Sowjetunion noch gab, war ich bei der Fussball-WM in Italien der einzige Reporter aus der Provinz neben den Kollegen aus Moskau. Seit 1996 war ich an jeder Eishockey-WM. Meine Ehefrau ist Professorin für Englisch und Französisch. Deshalb ist mir Englisch nicht fremd. Ich kann mich mit unseren bisherigen Coaches aus Übersee, Curt Fraser, Sean Simpson und dem aktuellen Cheftrainer Glen Hanlon, problemlos unterhalten. Ausserdem amtieren die Assistenten Hanlons als Dolmetscher. In den Westen werden ohnehin keine Kollegen geschickt, die nur einsprachig sind. Greg Hanlon ist bei unsern Spielern beliebt und ein persönlicher Freund von Goalie Andrei Mezin, der als guter Mensch bekannt ist. Hanlon nennt mich im übrigen Mr. Hockey. Um nach den Spielen noch nach Zürich zu fahren, fehlt mir die Zeit. Wir übertragen immer beide Partien. Ich beobachte jeweils auch jene Begegnungen, welche ich nicht kommentiere. Nach Mitternacht wandere ich jeweils ins Hotel zurück. An spielfreien Tagen der Weissrussen fahre ich mit dem Kameramann nach Dübendorf ans Training und sammle Stoff für die etwas anderen Reportagen. Aufgezeichnet: mogIn der Gastkolumne äussert sich täglich ein ausländischer Journalist zur WM 2009. *Wladimir Nowickij (55) ist TV-Kommentator bei NGTRK RB, dem staatlichen Sender Weissrusslands. >

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