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«Ich muss mich mental zügeln»

Roger Federer hat an der Pressekonferenz nach dem Sieg über Gaël Monfils auch über die Begeisterung um seine Person gesprochen.

Wie fühlen Sie sich nach dem Match gegen Gaël Monfils?

Roger Federer: Ich bin froh, wieder im Halbfinal zu stehen und einen guten Match gespielt zu haben. Das war mein bisher bestes Spiel hier, und es ist zum richtigen Zeitpunkt gekommen. Denn ich wusste um die Gefahr gegen Gaël. Im ersten und im dritten Satz haben wir wirklich gutes Tennis gezeigt.

Wie haben Sie die Zuschauer erlebt?

Sie waren sehr fair. Es freut mich extrem, wie sehr ich hier in Paris unterstützt werde. Es ist fast, als ob mich die Leute adoptiert hätten. Es fühlt sich hier schon seit ein paar Jahren so an. Aber diesmal ist es am ausgeprägtesten. Wenn ich in den Strassen laufe oder zu Abend esse, sagt jeder zu mir: Das ist dein Jahr. Jetzt musst du es schaffen. Man schrie mir auch schon von fahrenden Mofas zu. Andere verlassen ihr Auto an einem Rotlicht, damit ich ihnen eine Unterschrift gebe oder mit ihnen für ein Foto posiere. Das zeigt, dass jeder hier das French Open verfolgt. Und im Stadion ist es ohnehin fantastisch. Wir haben kein Grand-Slam-Turnier in der Schweiz. Aber hier fühle ich mich wie zu Hause.

Müssen Sie sich nun disziplinieren, damit Sie nicht zu weit vorausdenken? Etwa daran, wie es sich anfühlen muss, hier gewonnen zu haben?

Ja, ich muss mich mental zügeln. Man darf sich nicht zu stark davon beeinflussen lassen, was um einen herum passiert. Es ist normal, dass gewisse Gedanken aufkommen, wenn Nadal und Djokovic verloren haben. Und nun ist auch noch Murray draussen. Vor den Spielen gegen Haas und Monfils war es mental nicht einfach für mich. Aber ich glaube, jetzt ist das Schlimmste vorbei.

Halbfinalgegner Juan Martin Del Potro scheint Ihnen zu liegen. Wieso?

Man kann nur die letzten zwei Duelle zum Massstab nehmen. Denn vorher war er noch ein ganz anderer Spieler. Vor eineinhalb Jahren hat er noch mit 170 Stundenkilometern aufgeschlagen. Ich weiss nicht, wieso, denn wenn man so gross ist, hat man gute Chancen, den Service ins Feld zu bringen. Inzwischen hat er sich enorm entwickelt. Aber ich habe schon das Gefühl, dass er mir liegen kann. Denn er ist gross und deshalb nicht allzu schnell. Wenn ich gut spiele, kommt mir seine Spielweise entgegen. Dass es am Australian Open so locker ging, war aber schon erstaunlich. Sand liegt ihm sicher besser. (Aufgezeichnet: sg)

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