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Gute Prognose nach dem Aufwachen

Daniel Albrecht dürfte bei seinem Sturz in Kitzbühel keine bleibenden Schäden erlitten haben, sagte das Ärzteteam in Innsbruck.

Wie hatte sich die Tonalität verändert. Als die betreuenden Mediziner vor drei Wochen am Universitätsspital in Innsbruck, wo Daniel Albrecht seit seinem schweren Sturz in Kitzbühel liegt, erstmals über dessen Zustand sprachen, tasteten sie sich in Konjunktiven an ihre Aussagen heran. Gestern, zwei Tage, nachdem Albrecht von der Beatmungsmaschine genommen worden war, reduzierten die Ärzte ihre Möglichkeitsformen auf ein Minimum. Denn obschon eine schwere Lungenentzündung inklusive Schrumpfung und kleinem Eingriff als Folge den Aufwachprozess aus dem künstlichen Tiefschlaf verzögert hat, ist die Prognose eine positive. Neurologin Bettina Pfausler, die Albrecht in den letzten Tagen verschiedenen Tests unterzog, sagte: «Aus neurologischer Sicht dürfte Daniel Albrecht in wenigen Wochen gesund sein.» Das gewohnte Koordinations- und Feinmotorikvermögen sollte der Walliser zurückgewinnen. «Wieder unter uns»Stefan Schmid, der Albrecht in seiner Funktion als Intensivmediziner in den vergangenen Wochen eng betreute, betonte die erfreuliche Entwicklung ebenso, sodass Unfallchirurg Michael Blauth zusammenfassend von einem «glücklichen und erfolgreichen Verlauf» sprach. Wobei Schmid betonte, dass es sich bei Albrecht, von seinem prominenten Status abgesehen, um einen Routinefall handle.22 Tage nach seinem Sturz im Abfahrtstraining in Kitzbühel ist Albrecht folglich wach und «wieder unter uns», wie es Swiss-Ski-Präsident Urs Lehmann formulierte. Wach bedeutet gemäss Schmid, dass Albrecht spontan die Augen öffnet, teilorientiert ist und sich und seine Umwelt in den nächsten Tagen immer besser wahrzunehmen beginnt. Auf einfache Fragen kann der 25-Jährige bereits antworten.Mit Albrecht über den Unfall zu sprechen ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Thema. Albrecht selber kann nur einzelne Worte formulieren, obwohl er gerne mehr würde. Einerseits ist er dafür nach drei Wochen im Bett schlicht zu schwach, andererseits sind die Stimmbänder durch den Beatmungsschlauch noch lädiert.Mit dem Wachzustand haben die Ärzte den nächsten Rehabilitationsprozess eingeleitet. Albrecht muss lernen, Körperspannung aufzubauen. Dafür wird er in einen Stuhl gesetzt. Kann er sich lange genug im Sitzen halten, wird er in einem nächsten Schritt auf die Beine gestellt und dabei unterstützt. Gleichzeitig wird die Atemmuskulatur täglich mittels einer intensiven Therapie gestärkt.Lange AufbauphaseOb sich Albrecht jemals an seinen Sturz wird erinnern können, bezweifelt Neurologin Pfausler. Patienten mit Schädel-Hirntrauma, wie auch Albrecht bei seinem Aufprall eines erlitt, hätten in der Regel kein Erinnerungsvermögen an den Unfall. Eher würde er in einer zweiten Phase von Bekannten hören, was sich ereignet habe und selber Bilder sehen und sich daraus eine künstliche Erinnerung schaffen. An andere Erlebnisse wird sich Albrecht hingegen erinnern, sobald die Nachwirkungen der Medikamente abgeklungen sind. Die Mediziner beantworteten selbst die Frage, ob Albrecht dereinst in den Spitzensport zurückkehren könne. Auf Grund des Befundes spreche nichts dagegen, sagte Blauth, erinnerte jedoch an eine lange Aufbauphase, die es dafür bedürfe. Schmid mochte sich mit dem jetzigen Wissensstand nicht festlegen, weil sich zuerst zeigen müsse, ob sich die angegriffenen Lungen komplett erholen würden.Christian Brüngger, Innsbruck>

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