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Gut gelaunt Richtung Titel

Nach dem klaren Erfolg gegen Gaël Monfils fehlen Roger Federer in Paris noch zwei Siege zum Triumph, der ihn zum grössten Spieler in der Geschichte des Tennissports machen würde. Der nächste Gegner: Juan Martin Del Potro.

Nun, da Roger Federer höchstpersönlich den letzten Franzosen verabschiedete, dreht sich am French Open alles nur noch um den Schweizer. Gegen Gaël Monfils (ATP 10) musste Federer im ersten Durchgang drei Breakbälle und im Tiebreak einen Satzball abwehren, doch als er die Kurzentscheidung gewonnen hatte, waren die Flügel des Spassvogels aus Paris gestutzt – 7:6, 6:2, 6:4. «Er ist einer der ganz wenigen, gegen den ich nicht weiss, wo ich auf dem Court stehen soll und der mich ins Schleudern bringt», meinte Monfils. Federer agierte taktisch klug und konnte bei den Big Points sein bestes Tennis abrufen. Er nutzte drei von fünf Breakmöglichkeiten und machte alle vier des Gegners zunichte.

Unglaublicher Rekord

Federer, der sich gegenüber den Runden zuvor erheblich steigerte, steht zum zwanzigsten Mal in Folge im Halbfinal eines Grand-Slam-Turniers – ein unglaublicher Rekord. Er bedeutet, dass der Baselbieter auf vier unterschiedlichen Belägen in fünf Jahren und 100 Partien, in denen er klarer Favorit war, nicht ein einziges Mal gestrauchelt ist. «Das ist ein Rekord, auf den ich ganz besonders stolz bin», sagte Federer. Das darf er auch sein, denn Ivan Lendl hat es als Zweitbester gerade auf zehn Halbfinals de suite gebracht. Noch eine erheblich wichtigere Bestmarke steht für Federer allerdings im weiteren Verlauf der Woche auf dem Spiel: Triumphierte er im Bois de Boulogne, zöge er bezüglich Grand-Slam-Titeln mit Rekordhalter Pete Sampras gleich. Und weil er im Gegensatz zum Amerikaner alle vier Majors gewonnen hätte, dürfte er sich mit Fug und Recht als bester Spieler in der Tennisgeschichte fühlen.

Kein Wunschkonzert

Derzeit ist es fast unmöglich, jemanden zu finden, der dem Schweizer den Triumph nicht gönnen würde. Der Baselbieter generierte bei der Vorstellung der Spieler mindestens ebenso viel Applaus wie der Lokalmatador. Auch die meisten Konkurrenten drücken ihm die Daumen – oder äussern sich zumindest dahingehend. Wie Rafael Nadal sagte auch Monfils, er wünsche nun Federer den Titel. Und selbst der morgige Halbfinalgegner, Juan Martin Del Potro (ATP 5), erklärte nach seinem 6:3, 6:4, 6:2-Erfolg über den Spanier Tommy Robredo: «Wenn ich nicht selber gewinnen kann, will ich am Sonntag Roger mit dem Pokal sehen.»

Doch Profitennis ist kein Wunschkonzert. Und der Druck, der auf dem 27-Jährigen lastet, ist gewaltig. Federer gab zu, er sei im Vorfeld des Aufeinandertreffens mit Monfils sehr nervös gewesen. Er glaubt allerdings, das Schlimmste sei nun vorbei. Und unter Druck stehen die Konkurrenten auch. Für Robin Söderling könnte es durchaus die einzige und für Fernando Gonzalez die letzte Chance sein, ein Major-Event zu gewinnen. Del Potro ist zwar erst 20-jährig, doch auch er wird nicht von «No Fear» gesponsert. «Wissen Sie was? Wir sind alle nervös; wir haben alle etwas Angst», gestand der Argentinier.

Fragen zum Privatleben

Federer wirkte gestern entspannt. Es schien, als habe seine Leistung gegen den unberechenbaren Monfils die letzen Zweifel beseitigt. Er war derart gut gelaunt, dass er selbst heikle Fragen zu seinem Privatleben beantwortete. Er machte etwa klar, dass getrennte Schlafzimmer trotz der Schwangerschaft seiner Gattin kein Thema seien und Roland als Name für das Kind selbst dann nicht in Frage komme, wenn er den Roland-Garros-Titel hole.

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