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Frustbewältigung in Schweden

Marco Bührer versucht sich derzeit in Schweden für das WM-Team zu empfehlen. Seine Aussichten aber sind gering. Denn für den 29-jährigen Torhüter ist klar: Als Nummer 3 steht er Coach Ralph Krueger nicht mehr zur Verfügung.

Das 3:4 des Nationalteams gegen Schweden vom Dienstag in Karlskrona wird wie auch das zweite Testspiel heute in Malmö bald schon nur noch ein Eintrag in der langen Länderspielstatistik sein. Der sportliche Wert solcher Vergleiche ist umstritten. Coach Ralph Krueger lobt sie als wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zur Weltmeisterschaft. Die Kritiker tun sie als Bewegungsübungen ohne tieferen Aussagewert ab.Sicher ist: Aus dem aktuellen Team von Testgegner Schweden wird es höchstens ein Block an die WM nach Bern und Kloten schaffen. Bei den Schweizern ist die Ausgangslage anders. Krueger kann nur bedingt auf Verstärkung aus Nordamerika hoffen. Vom designierten Stamm des Teams fehlen noch die Torhüter Martin Gerber und Jonas Hiller, die Verteidiger Mark Streit und Beat Forster sowie die Stürmer Sandy Jeannin, Julien Sprunger, Andres Ambühl und Roman Wick. Mehr als die Hälfte der Spieler, die aktuell in Schweden testen, werden in drei Wochen auch beim WM-Start gegen Frankreich zum Team gehören.Der Konkurrenzkampf ist deshalb in vollem Gang. Krueger forciert aktuell die Trainings zwischen den Spielen, um die WM-Kandidaten an ihre Leistungsgrenze zu bringen und im Elchtest zu sehen. Für den einen oder anderen geht es aber nicht nur um das WM-Ticket, der Zusammenzug ist auch Frustbewältigung. «Ich bin froh, dass ich die Saison noch nicht beenden musste. Es wäre nicht schön gewesen, so in die Sommerpause zu gehen», sagt etwa Marco Bührer. Der SCB-Goalie ist mit seinem Team vor drei Wochen zum zweiten Mal in Folge bereits im Playoff-Viertelfinal gescheitert. Zwei, drei Tage, sagt Bührer, sei er in einem tiefen Loch gewesen. Nun aber habe er sich gefangen und blicke vorwärts.Bührer war am Dienstag einer der besten Schweizer gewesen. Mit mehreren Paraden hatte er sein Team im Spiel gehalten. Die Rückenprobleme, die ihn vor einem Jahr noch behindert haben, sind überwunden. «Ich fühle mich fit; zu 100 Prozent, oder fast noch etwas mehr», sagt er.Es ist je nach Auslegung eine Empfehlung oder eine Kampfansage. Bührer möchte bei der Heim-WM unbedingt dabei sein. Seine Chancen allerdings stehen trotz der Paraden vom Dienstag nicht allzu gut. Gerber und Hiller stehen in der Hierarchie über ihm. Sollte Hiller das Playoff mit Anaheim doch noch erreichen, besitzt Ronnie Rüeger die besseren Karten, bei der WM dabei zu sein. Hinter ihm geniesst Leonardo Genoni den Bonus der Jugend.Marco Bührer kennt die Ausgangslage und hat sie angenommen. Klar ist für ihn einzig: «Als Nummer 3 werde ich nicht zur Verfügung stehen.» Er hat das Ralph Krueger im Vorgespräch mitgeteilt, und der hat das akzeptiert. «Ich habe nichts dagegen, wenn ein Spieler seine Ansprüche anmeldet», sagt er. Unter Druck setzen lassen wird sich der Coach dadurch nicht. Nächste Woche rücken noch einmal alle Spieler zum dritten Teil der Vorbereitung ein. Nach dem Playoff-Final aber werden die Karten noch einmal neu vergeben.Daniel Germann, Malmö>

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