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Fliegender Seitenwechsel

Nationalverteidiger Beat Forster will ab sofort nicht mehr für die ZSC Lions spielen und zum HCD

Im Oktober vor einem Jahr war die Welt des Beat Forster noch in Ordnung. Sein Team, die ZSC Lions, steckten zwar im Dauertief. Das aber hinderte den damals 24-jährigen Nationalverteidiger nicht daran, seinen Vertrag bis 2011 zu verlängern. Knapp 14 Monate später sind die ZSC Lions zwar Schweizer Meister und seit dem Mittwochabend und dem 6:3 gegen Espoo auf dem Weg in den Final der Champions Hockey League. Forster aber will nicht mehr länger ein Zürcher sein. Er will sofort zum HC Davos zurückkehren, für den er schon zwischen 2000 und 2005 gespielt hat. Der Grund für den Stimmungswandel: Forster fühlt sich offensichtlich unter dem neuen Trainer Sean Simpson nicht mehr wohl. Gestern trafen seine eingeschriebene Kündigung und das Transferformular vom HCD auf der Geschäftsstelle ein.ZSC prüft SchadenersatzZSC-Sportchef Peter Zahner ist ausser sich. Er ist nicht gewillt, dem Willen des Spielers nachzugeben und hat die Angelegenheit seinem Verwaltungsrat Hans Peter Schwald übergeben, der als Jurist die Rechtslage prüft. Allenfalls wird auf Forster eine Schadenersatzklage zukommen. Das aber ist unwahrscheinlich. Die Praxis der National League sieht vor, dass die Klubs zehn Tage Zeit haben, sich zu einigen. Gelingt das nicht, geht die Angelegenheit an den Einzelrichter für Transferangelegenheiten. Der wird eine Busse von 500000 Franken festlegen, und sofort ist Forster wieder ein Davoser. Denis Vaucher, dem Direktor der National League, gefällt diese Praxis nicht. Als Jurist aber kennt er den Passus der Vertragsfreiheit, die einem Spieler auch dann einen gewissen Spielraum lässt, wenn er im Prinzip einen gültigen Vertrag besitzt. Um die Klubs vor der Willkür der Spieler etwas zu schützen, hat die National League vor zwei Jahren eine Busse von 500000 Franken festgelegt, die dann fällig wird, wenn ein Spieler seinen Klub trotz gültigen Vertrags verlässt. Der Betrag aber hat sich als unzureichend erwiesen. Seit er in Kraft ist, haben Lukas Stoob (von den GCK Lions zu Davos), Thibaut Monnet (vom SCB zu den ZSC Lions) und Domenico Pittis (Kloten zu den ZSC Lions) die Klubs gewechselt.«Nicht mehr angemessen»SCB-Sportchef Sven Leuenberger weist niemandem eine Schuld zu. Er gibt offen zu, dass auch er zuletzt den Kontakt zu Beat Forster gesucht hat und ihn gerne verpflichtet hätte. Der physisch starke Verteidiger verkörpert genau das, was dem SCB im Moment fehlt.Gleichzeitig aber sagt Leuenberger: «Die Ablösesumme von 500000 Franken ist nicht mehr angemessen.» Nach dem neuen Transfersystem, in dem ein Klub mit der Vertragsunterschrift nicht mehr Besitzer eines Spielers wird, sondern ihn nur least, denkt Leuenberger, dass selbst eine Million als Abschreckung noch nicht hoch genug wäre.Das Thema wird wohl an der nächsten Gesellschafterversammlung im Februar auf den Tisch kommen. Direktor Vaucher erwägt einen entsprechenden Vorstoss. Er versucht damit jene Lücke zu schliessen, die in der Nationalliga B bereits korrigiert ist. Dort wurde die Summe für einen Klubwechsel aus einem laufenden Vertrag hinaus bereits von 200000 auf 300000 Franken erhöht.Daniel Germann>

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