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Eklat im Schweizer Dachverband

Sportchef Werner Augsburger hat den Machtkampf bei Swiss Olympic gegen CEO Marc-André Giger

Jörg Schild, der Präsident von Swiss Olympic, gab sich wortkarg: «Ich bin mit Werner Augsburger übereingekommen, die Gründe nicht zu kommentieren. Werner hat zehn Jahre hervorragend für Swiss Olympic gearbeitet. Dafür danke ich ihm.» Schild gab sich als Politiker, der er vor seinem Amt bei Swiss Olympic als Basler Regierungsrat gewesen war. Und die Kommentierung der Trennung eines langjährigen, hoch qualifizierten Mitarbeiters wie Augsburger gehört nicht zu den angenehmsten Aufgaben eines Präsidenten. Die Gründe, die zur überraschenden Trennung von Werner Augsburger führten, sind aber auch ohne Stellungnahme von Jörg Schild offensichtlich: Der 50-jährige Walliser verlor den Machtkampf gegen Geschäftsführer Marc-André Giger, der schon lange geschwelt hatte. Augsburger war mit der Art, in der Giger Swiss Olympic führt, nicht zufrieden und äusserte seinen Unmut unverblümt. Giger ist es in den drei Jahren, in denen er mittlerweile dem Sportdachverband vorsteht, nicht gelungen, aus dem Schatten seines charismatischen Vorgängers Marco Blatter zu treten. Augsburger hatte sich vor Blatters Pensionierung selber für die Geschäftsführung interessiert. Schild beschied ihm damals aber, dass er seine Kompetenzen weiterhin im Sport benötige. Nicht ein einzelnes Ereignis war der Auslöser, die Summe der Vorfälle und Spannungen führten zur Entlassung von Augsburger. Am Dienstag beantragte Giger im Exekutivrat die Trennung von Augsburger, und die Führungsspitze folgte dem Wunsch seines höchsten Angestellten. Eine Zusammenarbeit zwischen Giger und Augsburger war offensichtlich nicht mehr möglich. Auch Werner Augsburger wollte sich gestern nicht zu den Gründen äussern. «Es wäre wohl falsch, wenn ich im Moment etwas sagen würde.» Seinen Job als Missionschef für die Winterspiele in neun Monaten in Vancouver übernimmt der 67-jährige Erich Hanselmann, der von 1994 bis 2002 Vizedirektor an der Eidgenössischen Turn- und Sportschule in Magglingen gewesen war und zuletzt im Februar die Schweizer Delegation an der Universiade in Harbin anführte. Er ist ab sofort zusammen mit dem bestehenden Team für die Vorbereitung der Mission nach Vancouver zuständig. Die Führung des Ressorts Sport bei Swiss Olympic übernimmt interimistisch Augsburgers bisheriger Stellvertreter Matthias Zurbuchen. Gemäss Schild soll der Posten so schnell als möglich wieder besetzt werden. Werner Augsburgers Fussstapfen aber sind gross. Er hat in den vergangenen Jahren einer schwer greifbaren Funktion Profil gegeben und sich mit seiner unbequemen, aber fairen Art bei den Verbänden einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Die Lücke, die seine Entlassung hinterlässt, ist nicht innerhalb von nützlicher Frist zu füllen. Daniel Germann>

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