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Ein junger Aufsteiger als Herausforderer

Noch zwei Siege fehlen Roger Federer zum Karriere-Grand-Slam. Heute wartet im Halbfinal (ca. 15.30/SF 2) Juan Martin Del Potro.

Mit der Tennistasche über der rechten Schulter macht sich Roger Federer auf den Weg in den Tennishimmel. Der Pfad aus roter Asche führt nach oben. Stufen hat er keine zu erklimmen, und das Netz, die letzte Hürde, hat er hinter sich gelassen. Nur einige Wolken vernebeln noch den Zugang zur Himmelspforte. So sieht es der Karikaturist der Pariser Sportzeitung «L’Equipe».Drehbuch ist geschriebenUnd am Samstag trifft Andre Agassi mit Gattin Stefanie Graf in Paris ein, auf Einladung des Uhrensponsors Longines. Der Amerikaner war hier vor exakt zehn Jahren der Letzte, der den Karriere-Grand-Slam komplettierte. Ebenfalls im elften Anlauf in Paris. Das Drehbuch ist also geschrieben, jetzt muss das Schauspiel nur noch aufgeführt werden. Und es mutet fast unheimlich an, dass selbst die designierten Nebendarsteller sich in ihre Rollen zu fügen scheinen. «Wir fühlen alle den Druck der Fans», sagt Federers heutiger Halbfinalgegner Juan Martin Del Potro. «Alle wollen, dass Roger das Turnier gewinnt.»Doch die Spiele müssen zuerst gespielt werden, und es wäre für Federer wohl die grösste Enttäuschung, mehr noch als seine Finalniederlagen gegen Rafael Nadal, wenn er jetzt noch scheitern würde. Seine Bilanzen gegen die anderen drei Halbfinalisten sprechen eine eindeutige Sprache: 5:0 gegen Del Potro, 9:0 gegen Robin Söderling, 12:1 gegen Fernando Gonzalez. Doch alle drei spielen hier das wohl beste Tennis ihres Lebens.Rasanter AufstiegDie 1,98 Meter Körpergrösse täuschen darüber hinweg, wie jung Del Potro noch ist. Mit 17 war er der Jüngste in den Top 200, mit 18 der Benjamin in den besten 100, mit 19 stiess er als Jüngster in die Top 50 vor, mit 20 in die Top 10. Seit dem vergangenen Sommer hat er sich in rasantem Tempo nach vorne gespielt. Er gewann 23 Partien und vier Turniere in Serie und tritt seitdem mit dem Selbstvertrauen an, das ihm nicht angeboren gewesen war. Dass Del Potro ausgerechnet in Roland Garros sein bisher bestes Major-Resultat erreicht hat, entspricht nicht der Logik. Denn er mag die kurzen Punkte und spielt am liebsten auf Hartplatz. «Aber die Courts sind hier inzwischen so schnell geworden, dass man wie auf Hartplätzen spielen kann.» Gegen Federer bestreitet er heute nun seine bisher am meisten beachtete Partie. Wenn er gegen den Schweizer spiele, sei sein Kopf anderswo, hatte er im letzten Herbst in Basel gesagt. Sein Coach Franco Davin antwortete in Paris auf die Frage, ob Del Potro eine Chance gegen Federer habe: «Etwa die gleiche wie Söderling gegen Nadal.» sg>

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