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Ein goldener «Plüsspunkt»

Der SCB führt im Viertelfinal gegen Zug mit 2:1 Siegen. Stürmer Martin Plüss traf gestern in der 68. Minute zum 3:2-Erfolg und beendete damit einen Abend des Berner Zitterns. Morgen wird die Serie in Zug fortgesetzt.

Es lief die achte Minute der Verlängerung. SCB-Verteidiger Philippe Furrer stürmte nach einem Energieanfall vors Tor, die Scheibe lag einen kurzen Augenblick frei herum, und Martin Plüss traf im Liegen zum 3:2. Es war der Treffer zur kollektiven Berner Erleichterung, das Husarenstück eines Mannes, den die SCB-Führung im Frühling aus Schweden geholt hatte, um just in solchen Momenten für die Differenz zum Gegner zu sorgen. Ein eklatantes Wechselbad der Gefühle war für den SC Bern zu später Stunde mit einem Happyend ausgegangen.

Höhen und Tiefen

Der SC Bern hatte zuvor verschiedene Gesichter gezeigt. Im ersten Drittel war er flinker, robuster, entschlossener als der Gegner, geriet aber gegen Zug schon früh mit dem Tore schiessen arg in Verzug. Der Berner Sturmlauf mit frühem Verfalldatum führte zu zahlreichen Chancen und zu einigen gegnerischen Notfouls. Trotz immensem Aufwand kamen die Gastgeber im Abschnitt der klaren Überlegenheit nur zu einem Powerplay-Treffer durch Christian Dubé – Martin Gélinas und Rückkehrer Sébastien Bordeleau hatten die Vorarbeit geleistet. Doch der Ausgleich durch Micki Dupont kurz vor der ersten Pause hatte einen markanten Bruch des Berner Spiels zur Folge. Fortan regierte die Angst vor dem Versagen. Die Gäste ihrerseits pflegten nun einen mutigeren Stil – und brachten den Favoriten in grösste Verlegenheit. Das dünne SCB-Nervenköstum, als Folge früherer Playoff-Enttäuschungen, wurde auf mehrere Arten sichtbar. Die Spieler verloren den Faden und verfielen ebenso in Hektik wie in Passivität, die verärgerten SCB-Fans liessen sich in dieser Phase akustisch von den mitgereisten Zuger Anhängern dominieren, obwohl in deren halbleerem Sektor nur etwa fünf Fahnen, zehn Schals und 20 EVZ-Leibchen auszumachen waren.

Die Berner bewegten sich im freien Stil Richtung Entscheidung. Gélinas gelang in der 51. Minute das 2:1. Doch Zug vermochte abermals zu reagieren und durch Damien Brunner drei Minuten später bei doppelter Überzahl auszugleichen. Es kam zur Verlängerung, womit bei den Bernern traumatische Erinnerungen aufgekommen sein dürften. Im Viertelfinal des Vorjahrs hatte der SCB gegen Gottéron alle vier Niederlagen in der Überzeit kassiert.

Ein Tor wie Balsam

Auch gestern brachte das vierte Drittel Nervenkitzel der seltenen Sorte. In der 64. Minute leuchtete bereits die rote Torlampe hinter dem tüchtigen Zug-Goalie Lars Weibel und jubelten viele Berner – Bordeleau hatte freilich nur ins Aussennetz getroffen. Und dann kam Plüss und markierte jenen Treffer, von dem unter Umständen auch noch in ein paar Wochen die Rede sein wird – von einem Tor, das für den SCB von grösster Bedeutung war.

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