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Doumbia und das grosse Spektakel

YB ist perfekt in die Saison gestartet. Beim Meister Zürich setzten sich die Young Boys 3:2 durch. In einer sehr attraktiven und intensiven Partie waren die Ivorer Seydou Doumbia und Gilles Yapi wieder einmal die besten Kräfte.

Die Entscheidung: Seydou Doumbia verwertet in der 76. Minuten einen Foulpenalty.
Die Entscheidung: Seydou Doumbia verwertet in der 76. Minuten einen Foulpenalty.
Reuters
Vor dem Spiel hatten sie noch Grund zum Strahlen: Neo-FCZler Johan Vonlanthen und Präsident Ancillo Canepa.
Vor dem Spiel hatten sie noch Grund zum Strahlen: Neo-FCZler Johan Vonlanthen und Präsident Ancillo Canepa.
Keystone
Bernard Challandes war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nur mässig zufrieden.
Bernard Challandes war mit dem Auftritt seiner Mannschaft nur mässig zufrieden.
Reuters
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Laut sehr gut unterrichteten Quellen trugen der FC Zürich und YB am Dienstagabend tatsächlich ihr erstes Spiel der neuen Saison aus. Ganz sicher war man sich bei der wunderbaren Unterhaltung aber nicht – sehr viel erinnerte an Partien mit YB-Beteiligung in der letzten Saison: Turbulent war das Geschehen und wechselhaft die Torfolge, anfällig die Berner Defensive und überragend die Offensive. Und Seydou Doumbia, der vermutlich beste Einzelspieler der Liga, war wieder einmal der stärkste Individualist, er scheint in der Sommerpause noch schneller und robuster geworden zu sein und flog seinen bedauernswerten Gegenspielern manchmal scheinbar um die Ohren. Es war kein Zufall, erzielte der Ivorer mit einem Foulpenalty in der 76.Minute das Siegtor. Allerdings benötigte der letztjährige Torschützenkönig bei seinem wenig souveränen Abschluss einiges Glück. Was ja zu diesem Abend passte, denn auch in der letzten Saison überzeugte YB bei den Penaltyversuchen selten. David Degen hatte den Elfmeter mit einer Energieleistung herausgeholt, FCZ-Goalie Andrea Guatelli mit ungeschicktem Einsteigen verursacht. Meister und Herausforderer lieferten sich ein rassiges und spannendes, intensives und chancenreiches Duell mit zahlreichen Fehlern, welche das Spektakel erst ermöglichten. Die herrlichen TrefferUnübersehbar waren in der Saisonouvertüre aber auch die defensiven Abstimmungsschwierigkeiten der Young Boys (siehe Text unten). Man musste sich in der Startphase aus Berner Sicht erhebliche Sorgen um den Verlauf des Abends machen. Statt 2:0 aber hiess es nach 23 Minuten 0:2 – kühl und platziert hatten die Berner Gäste ihre ersten zwei Ausflüge in die gegnerische Hälfte abgeschlossen. Zuerst war es Gilles Yapi, der mit einem herrlichen Weitschuss das 0:1 erzielte (19.), kurz darauf erhöhte Alberto Regazzoni mit einem Flachschuss aus 16 Metern. Es waren zwei schöne YB-Treffer, die zum attraktiven Programm der Veranstaltung passten, doch sie standen im Schatten des Kunstschusses von Eric Hassli. Der kräftige Franzose stoppte den Ball in der 35. Minute, schaute kurz auf, sah keine Anspielstation, also schoss er einfach mal aufs Tor – und, nun ja, lieferte den Beweis, dass es unhaltbare Treffer aus über 30 Metern Entfernung gibt. Hasslis Geschoss landete punktgenau im rechten Torwinkel. In der ersten Halbzeit dominierte Zürich, YB aber führte zur Pause 2:1, und nach dem Seitenwechsel waren es die Berner, die vorerst Spiel und Gegner kontrollierten, aber das erste Tor erhielten. Nach einem Freistoss des FCZ landete der Ball in der 63.Minute unkontrolliert auf dem Fuss von Alain Rochat, der ihn unkontrolliert ins Netz ablenkte. Das 2:2 war in einer grossartigen, hitzigen Begegnung der Auftakt zu einer dramatischen Endphase – noch in der 93.Minute lenkte Wölfli einen Fallrückzieher (!) Hannu Tihinens mirakulös um den Pfosten, es war nur eine von zahlreichen Szenen mit dem Potenzial, in einem Saisonrückblick prominent ins Bild gerückt zu werden. Noch aber ist die neue Spielzeit erst wenige Tage alt, und ein Blick auf die meisterliche Absenzenliste des FCZ zeigt die Möglichkeiten des Champions: Leoni, Stahel, Barmettler, Stucki, Margairaz, Aegerter, Chikhaoui, Vonlanthen und Alphonse fehlten aus diversen Gründen. YB nutzte die Gunst der Stunde mit einem beherzten Auftritt und setzte das erste Ausrufezeichen. Die Konkurrenz aus Basel und Zürich liegt vorerst drei Punkte zurück – vor zwölf Monaten stolperte YB mit einem Punkt aus vier Spielen und einem frühen Trainerwechsel aus der Sommerpause. Aber das war ja in der letzten Saison.

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