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Die verschiedenen Facetten des Leidens

Der SCB musste bis zum 3:2 und zur erneuten Führung in der Serie gegen Zug lange Wege gehen. Längere als erwartet.

Wenn der Erste gegen den Achten der Qualifikation spielt, wenn beim Achten überdies fünf mehr oder weniger wichtige Spieler fehlen und wenn der Erste dazu auch noch zweimal in Führung geht, dann müsste man eigentlich annehmen können, dass der Ausgang der Partie Formsache ist.

Müsste man. Doch wenn der SCB im Playoff spielt, dann werden neuerdings alle vermeintlichen Gesetzmässigkeiten ausgehebelt. Es beginnt das Leiden der Männer. Und die Pein hat viele Gesichter. Sie hat das Gesicht von Martin Plüss, der wie ein Berserker jeder Scheibe hinterherhetzt und auch dann nicht nachgibt, wenn er schon am Boden liegt. Jenes von Philippe Furrer, der keinem Zweikampf ausweicht und beharrlich vorwärtsstürmt. Jenes von Travis Roche, der seinen Gegner zu Unzeiten von hinten in die Bande checkt. Und natürlich auch jenes von Coach John Van Boxmeer, der mit verschränkten Armen und scheinbar kühl kontrolliert über sich ergehen lässt, was ihm seine Mannschaft vorsetzt.

Der Verlauf der Serie gegen den EV Zug beginnt in fataler Weise der letztjährigen Serie gegen Gottéron zu ähneln. Der SCB gewann das erste Spiel deutlich. Er verlor das zweite unnötig. Gestern rettete er seinen Heimvorteil dank einem Treffer von Plüss nach 7:32 Minuten der Verlängerung.

Jetzt, nach drei Partien und vor der morgigen Rückkehr nach Zug, scheint die Ausgangslage der vermeintlich eindeutigen Serie offener den je. Die Zuger wittern Morgenluft. Sie haben realisiert, das mit Lars Weibel, viel Einsatz und etwas Glück selbst gegen den deutlich besser besetzten SCB Verlieren nicht Pflicht sein muss.

Es litten gestern in Bern aber nicht nur die Spieler, es litt auch der Berner Teil unter den 16231 Zuschauern, der sich seinerseits mit einem Déjà-vu konfrontiert sieht. Das Publikum machte seinem Unmut im letzten Drittel mit lautem Protest gegen das eigene Team Luft. Am Schluss nach Martin Plüss’ Tor zum 3:2 war alles vergessen. Die Helden, die lange lahmten, wurden gefeiert. Das versprengt Zuger Grüppchen machte sich verdrossen auf den Heimweg.

Zumindest in einer Hinsicht brach der SCB mit den letztjährigen Parallelen: Er gewann wieder einmal eine Verlängerung. Gegen Gottéron hatte er viermal in der Overtime verloren. (ger)

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