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Déjà-vu-Erlebnis in Paris – zwei Russinnen im Final

Am French Open wird eine Russin zur Nachfolgerin von Ana Ivanovic: Im Final spielt Dinara Safina gegen Swetlana Kusnezowa.

Gestern war in Paris kein guter Tag für die Händler auf dem Schwarzmarkt, der gleich beim Ausgang der Metrostation Porte d’Auteuil beginnt. Einerseits stehen die Frauen am French Open dieses Jahr grundsätzlich ganz klar im Schatten der Männer und vor allem Roger Federers, anderseits fehlten in den gestrigen Halbfinals nach dem Ausscheiden der Williams-Schwestern, Maria Scharapowas und Ana Ivanovic’ die Glamourfiguren, welche das Interesse bei der breiten Masse hätten wecken könnten.Keine HöchstpreiseDie Affiche mit Dinara Safina (WTA 1) gegen Dominika Cibulkova (WTA 19) und Swetlana Kusnezowa (WTA 7) gegen Samantha Stosur (WTA 32) war nicht dazu angetan, die Preise für die Tickets in die Höhe zu treiben.Dennoch war vor allem die zweite Partie spektakulär. Bei 6:4, 4:2 entglitt Kusnezowa bei einem Volley der Schläger und danach vorübergehend die Kontrolle über den Match, den sie zuvor fest im Griff hatte. Die Australierin Stosur, einst die Nummer 1 im Doppel, holte sich den zweiten Satz. Doch die Favoritin setzte sich letztlich dennoch souverän durch. Dadurch kommt es am Samstag wie schon 2004, als Anastasia Myskina Jelena Dementjewa bezwungen hatte, zu einem rein russischen Final.Auf dem Papier ist die Schwester Marat Safins die leichte Favoritin, hat sie doch seit der Übernahme der Weltranglistenspitze am 20.April nur eines von 21 Matches verloren. Doch die Einzige, die Safina in dieser Phase bezwungen hat, ist ausgerechnet Kusnezowa. Die 23-Jährige schlug ihre gleichaltrige Landsfrau im Endspiel von Stuttgart. Physisch dürfte Kusnezowa nach zwei harten 3-Satz-Spielen in Serie im Nachteil sein, mental hingegen einen kleinen Vorteil haben. Denn im Gegensatz zu Safina hat sie schon einen Grand-Slam-Titel gewonnen, und zwar am US Open 2004.Vier in den Top 7Die Affiche vom Samstag ist insofern keine Überraschung, als die Finalistinnen sich vor dem French Open als beste Sandplatzspielerinnen etabliert hatten und sie die russische Dominanz im Frauentennis spiegelt. Obwohl die Erfolgreichste von allen, Maria Scharapowa, nach langer Verletzungspause erst kürzlich auf die WTA-Tour zurückkehrte, befinden sich vier Russinnen in den Top 7 der Weltrangliste.International dürfte der Final auf bescheidenes Interesse stossen, doch die Händler auf dem Schwarzmarkt dürfen sich trotzdem die Hände reiben. Sie machten in den vergangenen zwölf Tagen die Erfahrung, dass in der Wirtschaftskrise nur noch reiche Russen bereit sind, für eine Eintrittskarte ganz tief in die Tasche zu greifen. Und am Samstag dürften die Nachfrage dieser Klientel dank Dinara Safina und Swetlana Kusnezowa beträchtlich sein.Adrian Ruch, Paris>

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