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Defensive Steigerung gefragt

Das Nationalteam spielt heute (20.15 Uhr) in der Zwischenrunde gegen Lettland. Ein Sieg reicht im Normalfall zur Viertelfinalteilnahme. Um die gute Ausgangslage nicht zu verspielen, müssen sich die Verteidiger aber steigern.

Der Abgang von Mark Streit am Dienstag nach dem 2:4 gegen Russland passte schlecht ins Bild der allgemeinen Jubelstimmung, die in der PostFinance-Arena herrschte. Der 31-jährige Berner verabschiedete sich noch vor dem Handshake aus der Arena. Streit hasst es, zu verlieren. Und wenn er so verliert wie am Dienstag gegen die Russen, dann tut das doppelt weh. Elfeinhalb Minuten vor Schluss offerierte Goran Bezina mit einem Fehlpass an der gegnerischen blauen Linie Alexei Morosow und Ilja Kowaltschuk die Gelegenheit, auf Martin Gerber loszuziehen und den Match zu entscheiden. Bezina, mit 29 Jahren und mittlerweile 130 Länderspielen längst kein Rookie mehr, zog den Risikopass der sicheren Variante vor und riss sein Team damit in den Abgrund. Coach Ralph Krueger stellte sich danach schützend vor seinen Verteidiger. «Goran ärgert sich am meisten über den Fehler. Er wird an ihm aber wachsen», sagte der Coach.Es war aber nicht der erste Aussetzer von Bezina; er enttäuschte bisher an der WM. Schon gegen die Franzosen und die Deutschen fand er nicht zu jener Leistung, die sich Krueger von ihm erhofft. Er ist einer jener wenigen Spieler, die im Nationalteam regelmässig schwächer sind als im Klub. Beobachter führen das auf seine schlechte taktische Ausbildung zurück, die international stärker ins Gewicht fällt: Bezina hat erst mit 15 Jahren begonnen, Eishockey zu spielen.Wer spielt neben Streit?Er ist aber nicht der einzige Verteidiger, der seine Form noch nicht gefunden hat. Roman Josi zahlte Lehrgeld, Félicien Du Bois ist vor allem für Zweikämpfe zu leichtgewichtig. Und auch Severin Blindenbacher spielt nicht so gut wie bei den ZSC Lions auf dem Weg zum Sieg in der Champions Hockey League. Dafür tritt Mathias Seger umso überzeugender auf: Er ist zusammen mit Philippe Furrer der einzige im Schweizer Team mit einer positiven Plus-Minus-Bilanz (+1). Die Schweizer verloren am Dienstag erstmals in der Ära Krueger einen Match gegen einen Grossen in der Defensive. Ähnlich viele Fehler dürfen sie sich in der Zwischenrunde ab heute nicht mehr erlauben, wenn sie ihr nächstes Ziel, die Viertelfinalqualifikation, nicht aus den Augen verlieren wollen. Krueger wird sich ernsthafte Gedanken über die Zusammensetzung der Verteidigerpaare machen müssen: Blindenbacher ist bisher nicht die optimale Ergänzung zu Streit. Der ZSC-Verteidiger muss einen beträchtlichen Teil Absicherungsarbeit übernehmen und verliert dadurch an Effizienz. An vergangenen Weltmeisterschaften hatte er an der Seite von Bezina oft viel effizienter gespielt. Und Seger war über Jahre hinweg ein verlässlicher Partner für Streit.Premiere für Weber?Assistenzcoach Köbi Kölliker, der bei den Schweizern für das Coaching der Verteidiger zuständig ist, sagte: «Wir werden uns eingehend Gedanken über die Zusammensetzung der Linien machen. Wir haben alle Möglichkeiten.» Für das erste Zwischenrundenspiel am Donnerstag gegen Lettland können die Schweizer zwei Feldspieler nachmelden. Yannick Weber trainierte gestern nach der Rückkehr aus Nordamerika erstmals mit dem Schweizer Team. Sein Leibchen mit der Nummer 77 ist beschriftet und liegt bereit.Weber hat noch nie ein A-Länderspiel bestritten. «Er hat auf Juniorenstufe aber weit über 100 Spiele gespielt und kennt unser System», sagt Kölliker. Es gehört zum Konzept des Verbandes, dass in allen Auswahlteams dieselbe Philosophie gelebt wird. Möglicherweise werden die Fehler der Konkurrenten heute für den ehemaligen SCB-Junior Weber zur Chance.Daniel Germann>

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