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Das neue YB-Motto: Star ist die Mannschaft

Ein Blick auf die Statistik der YB-Spieler zeigt: Seydou Doumbia ist der vermutlich wirkungsvollste Kurzarbeiter der Welt. Auffallend ist auch die neue Ausgeglichenheit mit Mario Raimondi als bestes Beispiel für das neue Motto.

Die Zahlen sind beeindruckend: In nur 827 Spielminuten hat Seydou Doumbia in dieser Saison 14 Tore erzielt und neun vorbereitet. Der Ivorer ist damit alle 36 Minuten (!) an einem YB-Treffer beteiligt – und vermutlich wirkungsvollster Kurzarbeiter und effektivster Profifussballer der Welt. Betritt Doumbia das Feld, dauert es in der Regel bloss wenige Minuten (und manchmal nur einige Sekunden), bis der Grossmeister aller Joker zuschlägt. Alle Tore nach der PauseEin genauer Blick auf die Statistik Doumbias lohnt sich: Der 21-Jährige hat sämtliche 14 Tore in der zweiten Halbzeit und bloss zwei Treffer nicht als Einwechselspieler erzielt. Das hängt damit zusammen, dass der dribbelnde Wirbelwind in 21 seiner 24 Einsätze erst nach der Pause eingesetzt worden ist. Einerseits. Andererseits sei das Supertalent taktisch noch nicht so reif, um im sensiblen 3-4-3-System der Young Boys bereits in der ersten Hälfte entscheidende Akzente setzen zu können – heisst es bei YB. «Doumbia hat einen Superlauf», sagt Trainer Vladimir Petkovic. «Aber er muss noch viel lernen und hilft uns derzeit meistens mehr, wenn er erst nach der Pause seine Qualitäten einbringt.» Und der 35-jährige Thomas Häberli, der in seinen bald neun Jahren in Bern viele Stürmer gesehen hat, sagt: «Doumbia ist ein aussergewöhnlicher Fussballer. Aber manchmal agiert er noch ziemlich wirr. Es tut ihm gut, wird er behutsam aufgebaut.»Seydou Doumbias Bilanz setzt das fette Ausrufezeichen bei YB. Aber auffallend ist vor allem eines: die neue Ausgeglichenheit. «Letzte Saison waren wir stark von Hakan Yakin abhängig», sagt Mario Raimondi. «Jetzt verteilt sich die Verantwortung.» Am Ende der letzten Spielzeit, die YB als stolzer Vizemeister beendete, hatten bloss vier Akteure mehr als sieben Skorerpunkte geholt: die überragenden Yakin (42) und Häberli (33) – sowie Raimondi (17) und Varela (13). Diesmal liegen nach etwas mehr als drei Viertel der Saison schon sieben YB-Spieler im zweistelligen Bereich. Mario Raimondi ist einer davon. Er darf jetzt – in der Nach-Yakin-Ära – Freistösse und Eckbälle und Elfmeter treten und ist vielleicht das beste Beispiel für das neue Motto bei YB: der Star ist die Mannschaft. Mario Raimondi ist der perfekte Teamspieler: pflegeleicht und bescheiden und freundlich und dabei effizient und überzeugend und konstant. Raimondi hat zehn Tore erzielt und elf Assists geliefert und ist im linken Mittelfeld eine derart wertvolle Stütze, dass der Deutsche Felix Bastians trotz stets bemerkenswert leidenschaftlichen Darbietungen zu den Aktivposten auf der prominent besetzten YB-Bank zählt – wie Doumbia.Neben den punktebesten Doumbia und Raimondi gehören Gilles Yapi und Marco Wölfli zu den auffälligsten und besten Akteuren. Der filigrane Yapi, Ivorer wie Doumbia, ordnet mit Brillanz, Eleganz und Übersicht den Aufbau und ist der YB-Betriebsleiter. Und Nationaltorhüter Wölfli sorgt nicht nur mit Penaltyparaden teilweise für unbändige Freude bei Fans, Mitspielern – und Radioreportern. Luzi Frickers beispiellose Jubelarie auf Radio BE1 beim von Wölfli gehaltenen Elfmeter Jürgen Gjasulas im Cuphalbfinal gegen Basel letzten Donnerstag geniesst unter YB-Anhängern und in Internetforen längst Kultstatus. YB spielt derzeit attraktiv, macht Freude und viele glücklich. Die nächste Vorstellung von Seydou Doumbia und seinen Freunden im Erlebnispark Stade de Suisse ist bereits übermorgen gegen Xamax.

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