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Comeback mit neuer Perspektive

Simone Niggli-Luder kehrt an den Nordischen Meisterschaften in Finnland in den Weltcup zurück. Nach der Babypause und dem im März erlittenen Schambeinbruch befindet sich die OL-Königin noch nicht in der Form früherer Tage.

Die überragende Orientierungsläuferin des letzten Jahrzehnts steht nach ihrer Babypause vor der Rückkehr in den Weltcup. Simone Niggli-Luder weilt seit ein paar Tagen mit dem Schweizer Nationalteam in Salo. Im Südwesten Finnlands beginnen am Samstag die Nordischen Meisterschaften (siehe Kasten), über die Mitteldistanz und im Sprint werden auch Weltcup-Punkte vergeben. Wer davon ausgeht, die 14-fache Weltmeisterin reihe sich gleich wieder ganz vorne ein, dürfte enttäuscht werden.

Qualität vor Quantität

Knapp drei Monate sind vergangen, seit Niggli-Luder einen Ermüdungsbruch im Schambein erlitten hat. Die Genesung schritt schneller voran als erwartet, Schmerzen verspürt die Bernerin selbst bei hoher Belastung keine mehr. Vorsicht sei jedoch noch immer geboten, sagt die 31-Jährige, welche mit stabilisierendem Hüftgurt unterwegs ist. «Ich darf auf keinen Fall überborden.»

Das zuvor während Jahren ungemein stabile Gerüst der dreifachen Schweizer Sportlerin des Jahres ist mit der im Spätsommer erfolgten Geburt von Tochter Malin offensichtlich labiler geworden. Simone Niggli hat in den letzten Wochen und Monaten gelernt, mit den neuen Verhältnissen umzugehen – und sich damit abgefunden, was ihr zu Beginn äusserst schwergefallen ist. Qualität kommt vor Quantität, so lautet der neue Leitsatz. Im Zweifelsfall lässt sie ein Training aus oder absolviert die Einheit im Wasser.

Familiärer Support

In welchem Bereich des Klassements sie sich im ersten relevanten Kräftemessen des Jahres 2009 einordnen wird, ist schwierig abzuschätzen. Auf nationaler Ebene vermöge sie mit den Besten mitzuhalten, von der Weltspitze hingegen «dürfte ich noch einen oder zwei Schritte entfernt sein». Defizite ortet die in Münsingen wohnhafte Burgdorferin in erster Linie beim Lauftempo, was auf fehlende schnelle Trainings zurückzuführen sei. Früher sei sie den meisten Konkurrentinnen in physischer Hinsicht eine Nasenlänge voraus gewesen, «nun muss ich ohne diesen Vorteil zurechtkommen».

Das Niveau ist an Nordischen Meisterschaften höher als an kontinentalen und globalen Titelkämpfen, weil die stärksten Nationen mit zehn Teilnehmern vertreten sind. An der Spitze erwartet die langjährige Dominatorin der Szene die Norwegerin Anne Margrethe Hausken, die Finnin Minna Kauppi und die Schwedin Helena Jansson; sie selbst würde Top-6-Platzierungen als «schöne Erfolge» betrachten. Tochter Malin und Ehemann Matthias weilen ebenfalls in Skandinavien. Für die Wettkämpfe werden auch Niggli-Luders Eltern nach Finnland reisen, damit sich die Rückkehrerin und der Leistungssportchef des nationalen Verbandes auf ihre Einsätze konzentrieren können.

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