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Chiumiento: «Wir bleiben oben»

Der FC Luzern empfängt am Sonntag (16 Uhr) die Young Boys auf der Allmend. Unter dem neuen Coach Rolf Fringer ist der Aufwärtstrend unverkennbar: Der Tabellenletzte

Der Trainer ist nicht als humorloser Mensch bekannt. Rolf Fringer heisst der Mann, der in Luzern der schwierigen Lage seines Vereins mit Gelassenheit und Zuversicht begegnet. Dass in der Vorbereitung auf die zweite Saisonhälfte einiges nicht wie geplant lief, dass sich mit Gerardo Seoane, Dusan Veskovac und Boubacar Diarra drei Innenverteidiger verletzten, stört ihn zwar gewaltig, aber nach einem Saisonstart mit zwei Punkten aus zwölf Spielen sind er und seine Belegschaft ziemlich abgehärtet: «Viel kann uns nicht mehr erschrecken.» Fringer, der dritte Trainer seit Anfang Saison, hat den Auftrag gefasst, das schlimmste Szenario – lies: Fall in die Zweitklassigkeit – abzuwenden. Dabei waren die Ambitionen vor dem Start gross gewesen wie das Budget. Mit 10,5 Millionen Franken stiess der Klub in eine neue Dimension vor und verknüpfte dies mit der Hoffnung, ein sorgloses Jahr zu verbringen. Nach 18 Runden ist der FC Luzern da, wo er sich seit dem 10.August 2008 befindet: am Tabellenende. Fringer nimmt den Jahresauftakt gegen Xamax vom letzten Sonntag als Basis für ein positives Denken: «Hätten wir kein Verletzungspech gehabt, wären wir mit drei Punkten heimgereist.» Dass es stattdessen ein 3:3 wurde, beeinträchtigte die Laune des 51-Jährigen unwesentlich. Er hat neuen Schwung in eine Mannschaft gebracht. In sechs Partien unter seiner Leitung siegten die Luzerner drei Mal (darunter 5:1 gegen Basel) und holten ein Unentschieden. Deftig fielen dafür die Niederlagen aus: 1:6 gegen YB und 0:3 gegen GC. Präsident Walter Stierli glaubt aber, dass unter Fringer die Kehrtwende geschafft wird, auch, weil 8 der bisherigen 19 Tore in den letzten zwei Meisterschaftsspielen erzielt wurden: «Das zeigt mir, dass Qualität in dieser Mannschaft steckt.» «Zu Lucky Punch fähig»Inzwischen stellen sie sich in der Zentralschweiz darauf ein, notfalls den Umweg über die Barrage zu machen. Stierli: «Sollten wir uns in der Barrage behaupten müssen, würde das keine Krise auslösen.» Und Fringer: «Wir können kein anderes Ziel mehr haben als den Ligaerhalt.» Die Aufmerksamkeit gilt nun den Young Boys, die Fringer als «Team der Stunde» bezeichnet und dann präzisiert: «Eigentlich ist das die Mannschaft der letzten Monate.» Seit dem 31.August haben die Berner nicht mehr verloren, in dieser Zeit den FCL zweimal bezwungen. «YB verfügt über starke Individualisten und funktioniert auch als Mannschaft sehr gut.» Fringer sagt aber auch: «Wir sind zu einem Lucky Punch fähig.» Davide Chiumiento, ehemaliger YB-Mittelfeldspieler, sieht in YB eine «gute Mannschaft, die zu den Top drei gehört», hält aber auch fest: «So gross ist der Unterschied zwischen uns und YB auch wieder nicht.» Er hält die Aufgabe für lösbar. Glaubt man Chiumiento, wird sich der FCL auf direktem Weg retten: «Eigentlich ist es unfassbar, wie schlecht wir gestartet sind. Zwölf Spiele, zwei Punkte – das geht ja nicht. Aber das hat uns nicht demoralisiert. Wir bleiben oben.» Peter M. Birrer>

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